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Die Lage am Arbeitsmarkt hat sich im November zum dritten Mal in Folge verbessert. Die Arbeitslosenzahl ist gesunken, dafür gibt es wieder mehr Kurzarbeit.

Die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen steigt seit Juli kontinuierlich an. Allerdings werden im Vergleich zum Jahr 2019 deutlich weniger Stellen gezählt. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung liegt seit Juni unter dem Vorjahreswert. Aufgrund des Teil-Lockdowns ist die Zahl der Anzeigen für Kurzarbeit im November gestiegen.

Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im November 115.500 Frauen und Männer arbeitslos, 3. 200 oder 2,7 Prozent weniger als einen Monat zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr waren 21.900 Menschen mehr arbeitslos (plus 23,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote - berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag bei 5,1 Prozent. Vor einem Monat betrug sie 5,2 Prozent und vor einem Jahr 4,2 Prozent.

Im zweiten Lockdown sei die Arbeitslosigkeit bislang noch nicht gestiegen. Dies zeige, dass die Unternehmen versuchten, die Beschäftigten zu halten. Die Arbeitsagentur forderte die Unternehmen auf, das Instrument der Kurzarbeit zu nutzen, um Arbeitsplätze zu sichern und auf die bewährten Kräfte zurückgreifen zu können.

Menschen kehren in den Arbeitsmarkt zurück

In den letzten vier Wochen meldeten sich 9.500 Frauen und Männer nach einer Er-werbstätigkeit arbeitslos. Dies waren 130 oder 1,4 Prozent mehr als vier Wochen zuvor. Seit Jahresbeginn wurden 117 200 Zugänge aus Erwerbstätigkeit gezählt, 4 700 oder 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr. 9.000 Personen konnten die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden, 600 oder 6,5 Prozent weniger als im Oktober. Seit Jahresbeginn konnten 88.500 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beenden. Im Vergleich zum Vorjahr waren dies 950 oder 1,1 Prozent weniger. 31.000 offene Arbeitsstellen waren im November gemeldet. Das waren 250 oder 0,8 Prozent mehr als im Oktober, jedoch 6.400 oder 17,0 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die meisten Stellen waren in der Zeitarbeit (8.730), im Gesundheits- und Sozialwesen (3. 630), im Handel (3.600), im Verarbeitenden Gewerbe (2.790) und im Baugewerbe (2.750) registriert.

Wieder mehr Kurzarbeit

Nachdem in den letzten Monaten die Zahl der Anzeigen über Kurzarbeit zurückgegangen war, sind im Monat November nochmal mehr Anzeigen eingegangen. Insgesamt wurden in den letzten vier Wochen 3.300 neue Anzeigen gezählt. Insbesondere die Gastronomie meldete erneut Kurzarbeit an. Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst gehe es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten könne festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde, so die Arbeitsagentur. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im August 12.000 Betriebe für 89.400 Mitarbeiter Kurzarbeit umgesetzt.

Aktion Mensch: Mehr Schwerbehinderte ohne Arbeit

Von der insgesamt positiven Entwicklung konnten aber die Schwerbehinderten nicht profitieren. Wie aus Zahlen der Organisation Aktion Mensch hervorgeht, waren im Oktober 12,4 Prozent mehr Menschen mit Schwerbehinderung arbeitslos als noch im Oktober 2019. Insgesamt hatten im Oktober 2020 demnach 6.948 Menschen mit schwerer Behinderung in Rheinland-Pfalz keinen Arbeitsplatz, wie die Aktion Mensch mitteilte. Der Anstieg im Land lag aber noch unter dem Bundesschnitt von etwa 13 Prozent. Die Corona-Pandemie werfe die Inklusion auf dem deutschen Arbeitsmarkt um etwa vier Jahre zurück, teilte die Organisation in Bonn mit. Zuvor habe es seit 2013 eine fast durchweg positive Entwicklung gegeben.

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