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Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus spielen die Gesundheitsämter eine bedeutende Rolle. Die Amtsärzte rund um Mainz nutzen dafür jetzt eine Smartphone-App - und sind damit bundesweit Vorreiter.

Die App soll den Informationsaustausch zwischen Gesundheitsamt und Corona-Patient während der Quarantäne vereinfachen. Wie der Anbieter dem SWR mitteilt, ist das Gesundheitsamt Mainz-Bingen das erste in Deutschland, das diese App einsetzt.

Die Mitarbeiter der Behörde müssen die Infizierten bei schwereren Verläufen täglich anrufen, um abzufragen, wie sich Symptome wie Fieber, Husten, Kopfschmerzen oder Atembeschwerden entwickeln. Das ist zeitaufwändig, denn alle Informationen zum Verlauf der Infektion müssen für jeden Infizierten dokumentiert und dazu im Computer erfasst werden. 

Keine zeitaufwendigen Telefonate mehr

In Mainz-Bingen muss das Gesundheitsamt nach eigenen Angaben jeden Tag bis zu 140 Patienten anrufen, und das an sieben Tagen in der Woche. Die Telefonate mit der Erfassung der Daten am Computer dauerten pro Patient rund zehn Minuten, sagt der Leiter des Gesundheitsamts, Dietmar Hoffmann, dem SWR.  

Die neue App soll diese zeitaufwendigen Telefonate überflüssig machen, so der Anbieter. Denn die Daten zum Verlauf der Infektion geben die Patienten selbst über die App auf ihrem eigenen Mobiltelefon ein. Das überträgt die Daten automatisch zum Amt. Dort können die Ärzte den Infektionsverlauf online kontrollieren, ohne dafür telefonieren zu müssen.

Laut Anbieter fordert die App die Patienten täglich automatisch dazu auf, ihre Symptome einzugeben. So sei gewährleistet, dass der Infektionsverlauf auch lückenlos dokumentiert werde.

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Nutzung der App freiwillig

Die Idee hinter der App ist es, bei Standardaufgaben Zeit einzusparen, die die Amtsärzte an anderer Stelle dringend brauchen – etwa bei der Rückverfolgung. Bei der geht es darum, die Personen zu finden, mit denen ein Infizierter Kontakt hatte. Wenn das Gesundheitsamt diejenigen kennt, kann es gegebenenfalls Quarantäne verordnen und so die Ausbreitung des Virus eindämmen.

Wie viel Zeit das Gesundheitsamt mit der App letztlich gewinnen kann, hängt vor allem davon ab, wie viele Infizierte die App nutzen. Das Durchschnittsalter der Corona-Patienten im Gesundheitsamt Mainz-Bingen liegt nach Angaben des Behördenleiters bei rund 48 Jahren.

Insofern dürften die meisten der Betroffenen ein Smartphone besitzen. Ob sie aber bereit sind, darüber ihren Infektionsverlauf einzugeben, hängt auch von der Überzeugungsarbeit der Amtsärzte ab. Denn die Nutzung der App ist laut Behördenleiter freiwillig.

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