In einer Hausarzt-Praxis erhält ein Patient eine Impfung mit dem Vakzin von Astrazenca. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Corona-Impfungen in Hausarztpraxen

Das müssen Sie wissen für das Impfen bei Hausärzten in Rheinland-Pfalz

STAND

Bei vielen Hausärzten in Rheinland-Pfalz stehen die Telefone nicht still. Die Patienten wollen wissen, ob und wann sie gegen das Coronavirus geimpft werden können. Hier die aktuellsten Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Dürfen neben Hausärzten auch Kinderärzte oder Gynäkologen impfen?

Ja - zum Teil täten sie das auch schon, so die KV. An der Impfung gegen das Coronavirus dürften sich neben den typischen Hausarzt-Praxen auch Praxen anderer Fachrichtungen beteiligen - vorausgesetzt, sie gehörten zu den Vertrags-Praxen und seien nicht privat, heißt es auch vom Landes-Apothekerverband. So könnten sich auch Kinderärzte oder Gynäkologen an der Impfkampagne beteiligen. Kinderärzte zum Beispiel seien ja sozusagen die Hausärzte der Kinder.

Wie funktioniert die Terminvergabe?

Patienten können in den Arztpraxen anrufen. Die Ärzte und Ärztinnen müssten sich ihren Patientenstamm anschauen und nach Dringlichkeit entscheiden, so die KV. Danach richte sich, ob und wann Patienten einen Termin bekämen. Zudem könne die entsprechende Hausarztpraxis von sich aus Patienten anrufen und ihnen eine Impfung anbieten.

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Welche Impfstoffe kommen in den Praxen zum Einsatz ?

Zu Beginn der Kampagne wurden laut KV und dem Landesapothekerverband nur Impfdosen der Firmen Biontech/Pfizer ausgeliefert. Mittlerweile wird aber auch der Impfstoff von Astrazeneca in den Hausarzt-Praxen verimpft. Jeder Arzt könne pro Woche nur maximal 36 Dosen Biontech/Pfizer und 50 Dosen Astrazeneca bestellen, teilte der rheinland-pfälzische Hausärzteverband Ende April mit. Der Wirkstoff von Johnson & Johnson sollte ab dem 25. Mai in die Arztpraxen gehen. Das Vakzin von Moderna ist laut Bundesgesundheitsministerium nicht für Hausarzt-Praxen vorgesehen, sondern nur für Impfzentren. Grund seien die besonderen Transportbedingungen.

Kann man wählen, mit welchem Wirkstoff geimpft wird?

Nein. Im Moment stehe das zudem nicht zur Debatte, so die KV und der Landesapothekerverband. Wegen der Knappheit der Impfstoffe rechne man auch nicht damit, dass sich das ändere. Diese Entscheidung liege beim Bundesgesundheitsministerium, so die KV.

Was ist, wenn ich eine schwere Thrombose-Vorerkrankung habe?

Heidi Weber vom Hausarztverband sagt, wenn ein anderer Impfstoff außer Astrazeneca vorrätig sei, könne der Hausarzt oder die Hausärztin in diesem schweren Fall den anderen Impfstoff auswählen.

Wie wird die Impfung der Patienten dokumentiert?

Ärztinnen und Ärzte dokumentieren die Impfungen dem Hausärzteverband zufolge wie gewohnt in der Patientenakte. Die Geimpften bekämen einen Aufkleber oder Vermerk in den Impfpass.

Wie gelangt der Impfstoff in die Praxen?

Der Impfstoff gehe vom Bund an den Großhandel und dann über die Apotheken an die Praxen, sagt Petra Engel-Djabarian, Sprecherin des Apothekerverbands Rheinland-Pfalz. Die Praxen müssten jeweils bis Dienstag 12 Uhr ihre Impfdosen für die kommende Woche bestellen. Eine Praxis könne 18 bis 50 Impfdosen pro Woche ordern. Ob die Praxis die bestellte Menge erhalte, hänge davon ab, ob genügend Impfstoff zur Verfügung stehe. Von Hausärzteverband Rheinland-Pfalz heißt es, die Praxen müssten damit rechnen, 20 bis 30 Prozent weniger Impfstoff zu bekommen als bestellt.

Welche Vorteile hat eine Impfung beim Hausarzt?

Zum einen, so Experten, sei die Hausarzt-Praxis für viele Patienten und Patientinnen näher als das nächstgelegene Impfzentrum. Zum anderen wird das besondere Vertrauensverhältnis zwischen Hausärztinnen und Hausärzten sowie ihren Patientinnen und Patienten genannt. In den Praxen kenne man sich meist schon lange und könne so individuell aufklären und beraten.

Wie viele Menschen sind in Rheinland-Pfalz schon geimpft?

Gegen das Coronavirus wird in Rheinland-Pfalz seit Ende Dezember geimpft. Ab dem 23. April konnte sich die gesamte Priorisierungsgruppe 3 für eine Corona-Schutzimpfung registrieren lassen. Ab dem 7. Juni wurde die Impfpriorisierung aufgehoben. Die folgenden Grafiken zeigen, wie viele Menschen eine erste und wie viele bereits eine zweite Impfung erhalten haben.

Wie lief die Impfung bei den Hausärzten an?

Alleine bis 19. Mai hat es in den Hausarzt-Praxen in Rheinland-Pfalz nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) über 542.000 Impfungen gegeben. Am 5. April hatten die Impfungen begonnen. In der ersten Woche waren es 42.740 gewesen. Angemeldet sind laut Hausärzteverband Rheinland-Pfalz rund 1.200 Praxen im Land.

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