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Bei vielen Hausärzten in Rheinland-Pfalz stehen die Telefone nicht still. Die Patienten wollen wissen, ob und wann sie gegen das Coronavirus geimpft werden können. Hier die aktuellsten Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wie liefen die Impfungen an?
Impfen neben Hausärzten auch Kinderärzte oder Gynäkologen?
Wie läuft die Terminvergabe?
Gibt es Ausnahmen von der Impfreihenfolge?
Welchen Impfstoff bekommen die Hausarztpraxen?
Hat man eine Wahl beim Impfstoff?
Was ist bei einer schweren Thrombose-Vorerkrankung?
Wird die Impfung im Impfpass vermerkt?
Wie viel Impfstoff bekommen die Hausärzte?

Wie lief die Impfung bei den Hausärzten an?

Am 6. April haben die ersten Hausarzt-Praxen in Rheinland-Pfalz mit der Impfung gegen Corona begonnen. Wie die Kassenärztliche Vereinigung RLP (KV) am Freitag mitteilte, hat es in den ersten drei Tagen fast 30.000 Impfungen gegeben. Knapp über 1.000 Praxen seien daran beteiligt gewesen. Weitere Daten bekomme man höchstwahrscheinlich am Montag. KV-Pressesprecher Rainer Saurwein spricht von einem erfolgreichen Start - das sei knapp die Hälfte aller Hausarzt-Praxen in Rheinland-Pfalz.

Wie viele Hausarzt-Praxen werden insgesamt impfen?

Generell dürfe jede Vertragsarzt-Praxis Impfungen gegen das Corona-Virus anbieten, sagt Heidi Weber, stellvertretende Vorsitzende des Hausärzteverbands Rheinland-Pfalz. Bis zu Beginn der Impfkampagne in dieser Woche hätten sich etwa 1.200 Hausarzt-Praxen angemeldet, so Weber. Wie viele Praxen sich letztlich beteiligen werden, könne man noch nicht sagen. Erwartet werde, dass in Rheinland-Pfalz Hausärzte und Hausärztinnen flächendeckend mitmachten - vorausgesetzt, es sei genügend Impfstoff da. KV-Pressesprecher Saurwein sagte, Arztpraxen, die sich beteiligten, müssten Daten in einem entsprechenden Portal melden, damit das Robert Koch-Institut (RKI) das Impfgeschehen verfolgen könne.

Dürfen neben Hausärzten auch Kinderärzte oder Gynäkologen impfen?

Ja - zum Teil täten sie das auch schon, so die KV. An der Impfung gegen das Coronavirus dürften sich neben den typischen Hausarzt-Praxen auch Praxen anderer Fachrichtungen beteiligen - vorausgesetzt, sie gehörten zu den Vertrags-Praxen und seien nicht privat, heißt es auch vom Landes-Apothekerverband. So könnten sich auch Kinderärzte oder Gynäkologen an der Impfkampagne beteiligen. Kinderärzte zum Beispiel seien ja sozusagen die Hausärzte der Kinder.

Wie funktioniert die Terminvergabe?

Patienten können in den Arztpraxen anrufen. Die Ärzte und Ärztinnen müssten sich ihren Patientenstamm anschauen und nach Dringlichkeit entscheiden, so die KV. Danach richte sich, ob und wann Patienten einen Termin bekämen. Zudem könne die entsprechende Hausarztpraxis von sich aus Patienten anrufen und ihnen eine Impfung anbieten.

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Müssen sich Praxen auch an die Impfreihenfolge halten?

Ja. Derzeit gelten die Priorisierungs-Regeln auch für Hausärzte und Hausärztinnen. Allerdings fordern Ärzte diese vorgeschriebene Impfreihenfolge zu lockern, so KV-Sprecher Saurwein. Sie könnten am besten einstufen, wer als Nächstes eine Impfung benötige. Würde die Priorisierung gelockert, könne das bedeuten, dass zum Beispiel ein 35-Jähriger, der noch nicht dran wäre, einem 69-Jährigen vorgezogen werde - etwa aufgrund von Vorerkrankungen.

Welche Impfstoffe kommen in den Praxen zum Einsatz ?

Im Moment werden laut KV und dem Landesapothekerverband nur Impfdosen der Firmen Biontech/Pfizer ausgeliefert. Das solle sich aber ändern. Demnach sollen auch Impfstoffe anderer Hersteller hinzu kommen - sobald diese verfügbar seien. Nach Angaben des Hausärzteverbands soll ab 19. April auch der Impfstoff von Astrazeneca in den Hausarzt-Praxen verimpft werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte, später werde auch der Wirkstoff von Johnson & Johnson in die Arztpraxen gehen. Das Vakzin von Moderna ist laut Bundesgesundheitsministerium nicht für Hausarzt-Praxen vorgesehen, sondern nur für Impfzentren. Grund seien die besonderen Transportbedingungen.

Kann man wählen, mit welchem Wirkstoff geimpft wird?

Nein. Im Moment stehe das zudem nicht zur Debatte, so die KV und der Landesapothekerverband - da ja nur der Impfstoff von Biontech/Pfizer ausgeliefert werde. Wegen der Knappheit der Impfstoffe rechne man auch nicht damit, wenn weitere Vakzine zur Verfügung stehen. Wie das in Zukunft aber konkret sei, wisse man noch nicht. Diese Entscheidung liege beim Bundesgesundheitsministerium, so die KV.

Was ist, wenn ich eine schwere Thrombose-Vorerkrankung habe?

Heidi Weber vom Hausarztverband sagt, wenn ein anderer Impfstoff außer Astrazeneca vorrätig sei, könne der Hausarzt oder die Hausärztin in diesem schweren Fall den anderen Impfstoff auswählen.

Wie wird die Impfung der Patienten dokumentiert?

Ärztinnen und Ärzte dokumentieren die Impfungen dem Hausärzteverband zufolge wie gewohnt in der Patientenakte. Die Geimpften bekämen einen Aufkleber oder Vermerk in den Impfpass.

Wie viele Dosen werden an Hausarztpraxen geliefert?

Konkret gebe es da noch keine Zahlen, weil der Prozess erst anlaufe, so die KV. Es komme darauf an, wie viel von den Hausarzt-Praxen bestellt werde. Bundesgesundheitsminister Spahn sagte am Freitag, diese Woche seien bundesweit 940.000 Dosen an die Praxen verteilt worden.

Wie gelangt der Impfstoff in die Praxen?

Der Impfstoff gehe vom Bund an den Großhandel und dann über die Apotheken an die Praxen, sagt Petra Engel-Djabarian, Sprecherin des Apothekerverbands Rheinland-Pfalz. Die Praxen müssten jeweils bis Dienstag 12 Uhr ihre Impfdosen für die kommende Woche bestellen. Eine Praxis könne derzeit 18 bis 50 Impfdosen pro Woche ordern. Ob die Praxis die bestellte Menge erhalte, hänge davon ab, ob genügend Impfstoff zur Verfügung stehe. Heidi Weber sagt, derzeit müssten Praxen damit rechnen, 20 bis 30 Prozent weniger Impfstoff zu bekommen, als bestellt.

Welche Vorteile hat eine Impfung beim Hausarzt?

Zum einen, so Experten, sei die Hausarzt-Praxis für viele Patienten und Patientinnen näher als das nächstgelegene Impfzentrum. Zum anderen wird das besondere Vertrauensverhältnis zwischen Hausärztinnen und Hausärzten sowie ihren Patientinnen und Patienten genannt. In den Praxen kenne man sich meist schon lange und könne so individuell aufklären und beraten.

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