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Die Landesregierung wirbt um mehr Respekt und Wertschätzung gegenüber Polizisten, Feuerwehrleuten und Rettungskräften. Dazu hat sie entsprechende Aktionstage gestartet.

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Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte am Dienstag, Ziel der Aktionstage gegen Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst sei es, ein deutliches Zeichen für mehr Respekt und Wertschätzung zu setzen und gegen jede Gewalt an Polizisten, Feuerwehrleuten und Rettungskräften. Ohne den Einsatz der Beschäftigten im öffentlichen Dienst wäre die Bewältigung der Corona-Pandemie nicht möglich, so Dreyer. Deshalb hätten diese Mitarbeiter mehr Respekt verdient. Ein Angriff auf diese Mitarbeiter sei ein Angriff auf die gesamte Gesellschaft. So etwas werde die Landesregierung entschieden bekämpfen.

Innenminister Roger Lewentz (SPD) verwies darauf, dass die Zahl der Gewaltdelikte gegen Polizisten von Januar bis September angestiegen ist. Diese Entwicklung sei aufs Schärfste zu verurteilen. Justizminister Herbert Mertin (FDP) sagte, in der JVA Wittlich sei ein Kriseninterventionsteam ins Leben gerufen worden. Dieses helfe Vollzugsbediensteten bei Problemen. Geplant sei, in Zukunft allen Bediensteten im Justizvollzug vergleichbare Angebote machen zu können.

Studie zeigt Ausmaß der Gewalt

Die zunehmende verbale und körperliche Gewalt gegen Einsatzkräfte macht auch vor dem ländlichen Raum nicht Halt. Gut jeder dritte Teilnehmer einer Online-Studie - die meisten von ihnen Rettungskräfte oder Feuerwehrleute - habe von Gewalterfahrungen berichtet, sagte Cordula Jüchser von der Universität Koblenz Landau. Bei den Rettungskräften und Sanitätern seien es sogar 90 Prozent gewesen. Die Psychologin sprach beim digitalen Auftaktgespräch der Landesregierung zu den diesjährigen Aktionstagen

Mehr als die Hälfte der rund 1.700 Befragten der Studie mit dem Titel "Retter in Not: Wie sieht es mit der Gewaltzunahme im ländlichen Raum aus?" seien Rettungskräfte und Sanitäter, etwa 44 Prozent Feuerwehrleute, sagte Jüchser. Die meisten arbeiteten in Vollzeit und in ländlichen Regionen mit weniger als 20.000 Einwohnern.

Angst vor körperlicher Gewalt

Die Gewalterfahrungen der Helfer reichten von Beschimpfungen und Bedrohung über körperliche und sexuelle Gewalt bis zur gewalttätigen Behinderung von Rettungsmaßnahmen. Die Angst vor Gewalt habe auch zugenommen. Fast jeder Dritte (30 Prozent) habe Angst vor körperlicher Gewalt geäußert. Von denen, die bereits einmal Opfer tätlicher Angriffe geworden sind, sei es sogar mehr als jeder Zweite.

Gut jeder zweite Teilnehmer wünschte sich deutlich mehr Unterstützung von Öffentlichkeit und Politik, sagte Jüchser. Von denen, die bereits Gewalterfahrungen machen mussten, seien es sogar drei Viertel. Als Beispiele nannte sie mehr Aus-, Fort- und Weiterbildung, bessere Schutzausrüstung und die Ausschöpfung der gesetzlichen Rahmenbedingungen. Die Daten für die Studie wurden laut Staatskanzlei flächendeckend für Rheinland-Pfalz erhoben.

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