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In Rheinland-Pfalz werden in den kommenden Tagen bei den Orange Days zahlreiche Gebäude orangefarben angeleuchtet. Anlass: Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen.

Mit den "Orange Days 2020" wollen die Initiatorinnen 16 Tage lang ein Zeichen gegen geschlechts­spezifische Gewalt setzen. Schlusstag ist der 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte.

Orange war von den Vereinten Nationen als Signal-Farbe für den Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen ausgewählt worden. Sie soll eine aussichtsreiche Zukunft symbolisieren.

Von Theodor-Heuss-Brücke bis zum Hambacher Schloss

In Mainz werden verschiedene prominente Gebäude orange erleuchtet, unter anderem die Theodor-Heuss-Brücke. Ebenso erstrahlen unter anderem der Fastnachtsbrunnen und das Staatstheater Mainz.

Auch viele weitere Städte und Orte in Rheinland-Pfalz beteiligen sich an der Aktion. In Ludwigshafen sollen auch in diesem Jahr das BASF-Besucherzentrum und das Wilhelm-Hack-Museum orange angestrahlt werden. Auch das Hambacher Schloss war in den letzten Jahren immer bei der Aktion dabei.

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Prominente Schirmherrinnen

In Koblenz bekennen das Rathaus, Schloss und Stadttheater an Farbe. Und auch das Frauenbild an der Balduinbrücke und das Kaiserdenkmal am Deutschen Eck als Wahrzeichen der Stadt erstrahlten in Orange.

In Speyer leuchteten das Domportal, die Gedächtniskirche, das Historische Museum und viele andere Orte.

Für die teilnehmenden Städte konnten prominente Schirmherrinnen gewonnen werden. In Koblenz setzt sich beispielsweise die EU-Abgeordnte Katarina Barley (SPD) ein, in Mainz ist es Familienministerin Anne Spiegel (Grüne).

Tagelange Kampagnen

In der Landeshauptstadt findet darüber hinaus bis zum 10. Dezember eine umfangreiche Kampagne zum Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen statt.

Busse, Litfaßsäulen und auch Parkbänke sollen mit Aufschriften "Stoppt Gewalt an Frauen" versehen werden. Aktivistinnen sollen an ihren orangefarbenen Masken erkennbar sein.

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Online-Aktion: "Erzähl uns deine Geschichte"

Mädchen und Frauen werden zudem ermuntert, von ihren Erlebnissen zu berichten: Unter den Hashtags #orangetheworld und #OrangeDaysMainz sollen auf Instagram, Facebook oder Twitter die Geschichten als mahnende Beispiele zu lesen sein.

Wo habt ihr Gewalt erlebt? Erzählt uns eure Geschichte - und wir hängen sie am #orangeday (25.11.) vor dem Mainzer Staatstheater auf. (schreibt sie selbst auf und bringt sie Mittwoch vorbei oder schreibt mir und ich machs für euch) #orangetheworld #orangedaysmainz https://t.co/KqShEusJ9j

Für Koblenz läuft bereits seit dem 1. November eine Socialmedia-Kampagne. Unter #Orangeday_Koblenz berichten Frauen auf Facebook und Instagram von ihren Erlebnissen.

GEW: Corona nimmt Frauen und Mädchen ihre Schutzräume

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützt die Initiative. "Gemeinsam müssen wir ein Klima schaffen, das Gewalttaten brandmarkt und Mädchen von klein auf lehrt, wie sie sich gegen Gewalt wehren können", sagt die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe.

Die Corona-Pandemie habe zu einem gesellschaftlichen Ausnahmezustand geführt: "Die alltägliche Gewalt wird unsichtbarer, Frauen und Mädchen verlieren Schutzräume".

Besonders Fort- und Weiterbildungsangebote für Erzieherinnen, Erzieher und Lehrkräfte seien wichtig, damit diese einen souveränen Umgang mit dem Thema in der Schule entwickeln und etwa Mädchen besser schützen können.

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