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Rheinland-Pfalz will eine mögliche Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest im Land mit einem mobilen Zaun bekämpfen. Das teilte das Umweltministerium auf SWR-Anfrage mit.

Sollte ein Wildschwein in Rheinland-Pfalz an dem Virus sterben, werde das Gebiet um die Fundstelle mit dem 30 Kilometer langen Zaun abgesperrt, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) dem SWR. Alle Wildschweine in der abgesperrten Zone würden dann getötet.

Diese Vorgehensweise habe Tschechien erfolgreich angewandt. Das Land hat bisher als einziges Land in Europa die Afrikanische Schweinepest nach knapp zwei Jahren wieder in den Griff bekommen. Einen Zaun gegen Wildschweine dauerhaft an der Landesgrenze - wie etwa zu Belgien - aufzustellen, sei aus rechtlichen Gründen nicht möglich, sagte die Ministerin.

Landwirte fürchten Aus für Schweinezucht

Bisher ist in Rheinland-Pfalz noch kein Schwein an der Seuche erkrankt. Zuletzt waren jedoch Fälle im benachbarten Belgien bekannt geworden. Seit Wochen schon schlagen Bauern, Jäger und Fleischwirtschaft Alarm. Gegen die Afrikanische Schweinepest gibt es keinen Impfstoff. Das Virus hält sich monatelang in Fleisch und Wurst.

Landwirt füttert seine Schweine (Foto: SWR)
Schweinezüchter Uwe Bißbord - seinen Stall darf nicht jeder betreten.

Uwe Bißbord aus Pirmasens hat mehr als 700 Schweine in seinem Stall. Er führt den Betrieb in der vierten Generation. Für ihn wäre der Ausbruch der Schweinepest existenzgefährdend. "Wenn wir betroffen wären und müssten die Schweine keulen, ich glaube nicht, dass wir nochmal anfangen würden", sagt er dem Politikmagazin Zur Sache Rheinland-Pfalz.

Komplett-Desinfektion nach Schlachthof-Fahrt

Denn wenn Wildschweine erstmal die Schweinepest hätten, sei die Gefahr zu groß, dass die Hausschweine sich immer wieder anstecken, sagt der Landwirt. "Für den Vollerwerbsbetrieb würde es das Aus bedeuten, dann würde es nur noch im Nebenerwerb weitergehen. Ohne die Einnahmen aus der Schweinezucht ist der Betrieb nicht überlebensfähig."

"Wenn wir betroffen wären und müssten die Schweine keulen, ich glaube nicht, dass wir nochmal anfangen würden."

Uwe Bißbord, Landwirt aus Pirmasens

Damit es nicht soweit kommt, hat Bißbord eine Reihe von Maßnahmen ergriffen. Sein Gelände hat er im vergangenen Jahr eingezäunt, denn sein Hof liegt unmittelbar am Wald. Wildschweine könnten sonst durch Futtermittel angelockt werden und das Virus einschleppen. Die Anzahl der Besucher begrenzt er auf ein Minimum. Sie müssen sich komplett umziehen, wenn sie auf den Hof kommen. Um andere Schweinebetriebe macht er einen Bogen. Muss er auf den Schlachthof, werden anschließend Kleidung und Schuhe gewechselt und das Fahrzeug desinfiziert.

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