Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) im Interview (Foto: SWR)

Erste Fälle in Deutschland

Clemens Hoch: Affenpocken werden "kein Massenphänomen"

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Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) sieht wegen des Übertragungswegs von Affenpocken kein größeres Risiko für einen Massenausbruch. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ordnete indes für Affenpocken-Infizierte Quarantäne an.

Im Gegensatz zu Coronaviren übertragen sich die Pocken aber nur über engen Kontakt. Gegenüber der "Rhein-Zeitung" erklärte Hoch, dass Deutschland trotzdem gut auf gehäufte Infektionen reagieren könne. 100 Millionen Dosen Pockenimpfstoff habe der Bund eingelagert. Der Impfstoff wirkt auch gegen Affenpocken.

Zeitvorsprung, um Infektion zu verhindern

Im Gegensatz zu einer Corona-Erkrankung sind Affenpocken erst ansteckend, wenn die Krankheit bereits ausgebrochen ist. Somit ergibt sich ein Zeitvorsprung, um eine Übertragung zu verhindern. Betroffene können bis zu vier Wochen ansteckend sein.

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Krankheitsfälle werden in Frankfurt behandelt

In Rheinland-Pfalz ist bislang kein Fall der Krankheit aufgetreten. Weil im Moment aber viel über die Krankheit und die dazugehörigen Symptome geredet wird, werde es vermutlich bald mehr Verdachtsfälle geben, so der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister. Deutschlandweit werden die Proben von zwei Speziallaboren untersucht. Patienten aus Rheinland-Pfalz werden auf einer Isolierstation an der Frankfurter Uniklinik behandelt.

Lauterbach ordnet Quarantäne an

Unterdessen kündigte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) für mit Affenpocken Infizierte in Deutschland eine 21-tägige Quarantäne an. Zudem müssten die Symptome ausgeheilt sein, bevor die Isolation verlassen werden dürfe. Auch für Kontaktpersonen gelte die "dringende Empfehlung", sich für 21 Tage in Quarantäne zu begeben, erläuterte Lauterbach am Rande des Ärztetages in Bremen.

Lauterbach sieht keine neue Pandemie

Zugleich betonte Lauterbach, es handle sich nicht um den Beginn einer neuen Pandemie. Ausbrüche dieser Viruserkrankung habe es schon sehr häufig gegeben. Die Infektion sei durch gute Kontaktnachverfolgung gut in den Griff zu bekommen, sagte der Minister. Deutschland bestellte Lauterbach zufolge "bis zu 40.000 Dosen" eines Impfstoffs, der in den USA gegen Affenpocken zugelassen ist.

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