Wahl auf Parteitag in Pirmasens

Jan Bollinger ist neuer AfD-Landeschef in Rheinland-Pfalz

STAND
AUTOR/IN

Die rheinland-pfälzische AfD hat Jan Bollinger zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. Der 45-Jährige erhielt auf dem Parteitag in Pirmasens 75 Prozent der Stimmen.

Video herunterladen (8,3 MB | MP4)

Jan Bollinger tritt die Nachfolge von Michael Frisch an, der nicht mehr für den Landesvorsitz der AfD Rheinland-Pfalz kandidiert hat. Bollinger galt bis zum Beginn des Parteitags in Pirmasens als einziger Bewerber für das Amt des Landeschefs. Dann gab es überraschenderweise doch einen Gegenkandidaten: Matthias Tönsmann aus Annweiler warf seinen Hut in den Ring. Er erhielt zwölf Prozent der Stimmen.

Bollinger sagte in seiner Bewerbungsrede, er wolle sich unter anderem für Meinungsfreiheit und mehr direkte Bürgerbeteiligung einsetzen. "Wir müssen als Abgeordnete und Parteivertreter deutlich stärker an die Bürger herantreten, um unsere guten und wichtigen Themen und die guten Ergebnisse unserer politischen Arbeit selbstbewusst bekannt zu machen", so Bollinger. Das sei auch nötig, um mehr Mitglieder zu gewinnen und, um bei der Kommunalwahl 2024 gut abzuschneiden.

Bollinger fordert Disziplin und Geschlossenheit

Nach Bollingers Ansicht liegt das Wählerpotential der AfD deutlich oberhalb von 30 Prozent. Um die Möglichkeiten auszuschöpfen, müsse die Landes-Partei "diszipliniert und professionell sein und vernünftig und geschlossen auftreten."

Video herunterladen (7,9 MB | MP4)

Zum ersten Stellvertretenden Landesvorsitzenden wurde erneut der Mainzer Bundestagsabgeordnete Sebastian Münzenmaier gewählt.

"Radikalisierung wäre kontraproduktiv"

In seiner letzten Rede als Landesvorsitzender hatte Michael Frisch zu Beginn des Parteitags den Rückgang der Mitgliederzahl des AfD-Landesverbandes bedauert. "Was vielen Bürger fehlt, ist das Vertrauen in unsere Partei", sagte Frisch. Er mahnte die AfD zur Geschlossenheit und warnte vor einer Radikalisierung des Parteiprogramms, die aus seiner Sicht kontraproduktiv wäre: "Es gibt für uns am rechten Rand keine Stimmen zu gewinnen, aber es gibt viele zu verlieren, wenn wir uns hier nicht weiterhin deutlich abgrenzen."

Frisch will Fraktionschef bleiben

Seinen Rückzug von der Spitze der Landespartei begründete Frisch mit der Doppelbelastung als Parteivorsitzender und Chef der AfD-Landtagsfraktion. Er sei der Auffassung, dass die Ämter in getrennten Händen liegen sollten. Der 65-Jährige will weiterhin Vorsitzender der Landtagsfraktion bleiben.

Video herunterladen (5,8 MB | MP4)

AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla, der nach Pirmasens gekommen war, begrüßte den Generationswechsel an der Spitze der rheinland-pfälzischen AfD. Es sei sich sicher, dass der neue Landesvorstand eine gute Oppositionsarbeit in Rheinland-Pfalz auf die Beine stellen werde.

Rheinland-Pfalz

Landesparteitag der AfD am Wochenende AfD-Landeschef Frisch geht, Bollinger soll Nachfolger werden

An der Spitze der rheinland-pfälzischen AfD steht am kommenden Wochenende ein Wechsel an. Der amtierende Landesvorsitzende Michael Frisch sagte dem SWR, er werde nicht erneut kandidieren.  mehr...

SWR Aktuell Rheinland-Pfalz SWR Fernsehen RP

Mainz

AfD-Landeschef Frisch im SWR Aktuell-Sommerinterview Frisch fordert andere Klimapolitik seiner AfD

Nach der Flutkatastrophe im Norden des Landes verteidigt AfD-Landeschef Frisch die Forderung seiner Partei nach einem Untersuchungsausschuss - auch, wenn noch nicht alle Toten geborgen sind. Seine Partei müsse aber ihre Position in Sachen Klimaschutz überarbeiten.  mehr...

Köln

Urteil des Verwaltungsgerichts Köln AfD darf als Verdachtsfall eingestuft werden - Reaktionen aus RLP

Das Bundesamt für Verfassungsschutz darf die AfD als Verdachtsfall einstufen. Das hat das Verwaltungsgericht Köln am Dienstagabend entschieden. Aus Rheinland-Pfalz gibt es erste Reaktionen.  mehr...

Der Abend SWR1 Rheinland-Pfalz