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Auch in Rheinland-Pfalz soll es demnächst ein Beherbergungsverbot für Urlauber aus inländischen Corona-Risikogebieten geben. Das kündigte die Landesregierung an.

Die Mehrzahl der Bundesländer hatte sich zuvor auf eine gemeinsame Linie geeinigt. Die Länder beschlossen am Mittwoch mehrheitlich, dass solche Reisenden nur dann beherbergt werden dürfen, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test haben. Das wurde nach einer Schaltkonferenz der Staatskanzleichefs der Länder mit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) mitgeteilt.

Greifen soll dies für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen. Fünf Länder gaben zu dem Beschluss aber abweichende Erklärungen ab. Berlin und Thüringen machten deutlich, dass sie ein Beherbungsverbot nicht mittragen wollen. Niedersachsen und Bremen wollen das prüfen. Mecklenburg-Vorpommern will bei strengeren Qurantäneregeln bleiben.

Dreyer: Corona-Hotspots meiden

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) begrüßte die Einigung. Die Landesregierung werde jetzt mit den Kommunen, den Industrie-und Handelskammern und dem Hotel- und Gaststättenverband Dehoga über eine gute und praktikable Umsetzungsmöglichkeit beraten.

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Zugleich bat Dreyer die Menschen, nicht erforderliche Reisen in oder aus Corona-Hotspots zu vermeiden. "Ich sehe mit Sorge, dass die Zahlen in Deutschland wieder steigen und wir an verschiedenen Orten Infektionsausbrüche haben, die nicht lokal eingegrenzt sind. Es steht viel auf dem Spiel, wir dürfen das nicht riskieren, was wir in den vergangenen Monaten durch Verzicht und Disziplin erreicht haben."

Kritik der Dehoga

Die Hoteliers im Land kritisieren das Beherbergungsverbot. "Die Regel ist für die Hotellerie sehr belastend", sagt der rheinland-pfälzische Dehoga-Präsident Gereon Haumann im SWR. Die Einschränkungen für Hotels und Pensionen kämen zu einer Zeit, in der dringend jeder Cent Umsatz benötigt werde.

Änderungen angekündigt

Zuvor hatte die Landesregierung Änderungen an den vergleichsweise strengen rheinland-pfälzischen Quarantäne-Bestimmungen für innerdeutsche Reisende angekündigt. "Es ist den Menschen nur schwer vermittelbar, dass sie zuerst die Quarantäneregeln aller Länder studieren, bevor sie zum Beispiel die Weihnachtsfeiertage mit ihrer Familie planen können", sagten Dreyer und Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Dienstag nach Beratungen des Ministerrats im Kabinett.

Auch der rheinland-pfälzische Oppositionsführer Christian Baldauf (CDU) hatte die Landesregierung vor Sonderwegen beim Umgang mit Reisenden aus innerdeutschen Corona-Risikogebieten gewarnt.

Bereits jetzt Ausnahmen von der Regel

Bislang ist Rheinland-Pfalz neben Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern das einzige Bundesland, in dem sich Reiserückkehrer aus Risikogebieten grundsätzlich in Quarantäne begeben müssen - egal, ob sie aus dem Ausland oder aus anderen Bundesländern kommen. Ausnahmen gibt es unter anderem für Berufspendler, Familien mit geteiltem Sorgerecht, Studierende, Transitreisende und für Kurzbesuche.

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