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Im Zuge der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Epidemie wurden unter anderem die Wertstoffhöfe geschlossen. Nun appelliert die Umweltministerin, nicht alles in den Restmüll zu werfen.

Es bestehe die Gefahr, dass Müllabfuhr und Abfallverbrennungsanlagen mit ansteigenden Mengen an Restmüll überfordert werden, sagte Ulrike Höfken am Montag. Sie forderte die Rheinland-Pfälzer dazu auf, nicht notwendige Arbeiten, bei denen Müll anfällt, zu verschieben.

Die Mengen an Restmüll drohten auch deshalb zu stark anzusteigen, weil kommunale Wertstoffhöfe wegen der Pandemie geschlossen wurden, heißt es vonseiten der Ministerin. Und auch die Kommunen bitten darum, vorausschauend zu handeln.

Mitarbeiter der Müllabfuhr in Sicherheitsquarantäne

Thomas Knaak, Pressesprecher der Stadt Koblenz sagt gegenüber SWR Aktuell, dass es zwar momentan noch keinen signifikanten Anstieg bei Restmüll gebe, er aber an die Vernunft der Menschen appelliere, vorausschauend zu planen. Es sei von Bedeutung, die normale Müllabführ in jedem Fall aufrecht zu halten, sodass die Mitarbeiter schon jetzt teilweise in Sicherheitsquarantäne seien.

Deshalb werde momentan weder Sperrmüll noch Grünschnitt abgeholt. Wenn die Abfälle nicht in die zur Verfügung stehenden Hausmüllbehälter passen, müssten sie auf dem Grundstück zwischengelagert werden. Knaak ist jedoch zuversichtlich, dass dies geschieht, denn einen Anstieg von illegal entsorgtem Müll könne er ebenfalls nicht feststellen.

In Mainz wird der Sperrmüll noch abgeholt

Ähnlich sieht es in Mainz aus. Dort ist zwar ein leichter Anstieg beim Restmüll zu erkennen, jedoch sei dies kein kritischer Wert, sagt Ralf Peterhanwahr, Pressesprecher der Stadt Mainz. Dort werde aber auch der Sperrmüll noch abgeholt und auch das Schadstoffmobil ist weiterhin im Einsatz.

Die dortige Müllabführ sieht auch eher, dass vermehrt Gartenarbeiten erledigt werden. Dazu sagt Peterhanwahr: "Die einfachste Lösung hierbei besteht in der gegenwärtigen Krise darin - sofern man in seinem Garten einen geeigneten Komposter betreibt - Grünabfälle dort selbst zu kompostieren."  Dann gewähre der Entsorgungsbetrieb Mainz sogar - auf Antrag - einen kleinen Nachlass auf die Abfallgebühren.

Corona-Infizierte sollen alles in den Restmüll werfen

Auch die Abfallsäcke könnten weiterhin in Mainz an den Verkaufsstellen erworben werden, sodass anfallender Müll, der nicht in die Tonnen passt, darüber entsorgt werden könne. Bei aller Mülltrennung sei jedoch wichtig, wie die Umweltministerin betont, dass Menschen, die mit Corona infiziert sind, all ihre Abfälle über die Restmülltonne entsorgen, damit dieser verbrannt werde und nicht im Kreislauf bleibe.

Auf dieses Verfahren hätten sich Bund und Länder nach einer entsprechenden Empfehlung des Robert-Koch-Instituts geeinigt. Glas, Elektroschrott, Batterien und Schadstoffe sollen nach Aufhebung der Quarantäne auf dem gewöhnlichen Weg entsorgt werden.

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