Verbrannte Äste an der Bahnstrecke in Siegburg (Foto: picture-alliance / dpa)

Nach Großbrand bei Siegburg Auch Regionalzüge rollen wieder

Nach dem Böschungsbrand an der wichtigen ICE-Schnellstrecke bei Siegburg fährt auch der Regionalverkehr wieder planmäßig. Reparaturteams hätten alle Schäden behoben, hieß es.

Am Mittwoch war zunächst der Fernverkehr wieder angerollt. Für die Regionalverbindungen hatte die Bahn einen Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Suche nach Brandursache läuft

Nach der Brandursache wird derweil weiter geforscht. Am Donnerstag waren Brandexperten des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamts (LKA) vor Ort. Wie der WDR berichtete, wurden Bodenproben von der Unglücksstelle genommen, um Flüssigkeiten oder feste Stoffe festzustellen, die als Brandbeschleuniger gedient haben könnten.

Außerdem erhofften sich die Experten Erkenntnisse über den genauen Brandverlauf aus den Luftbildern eines Polizeihubschraubers. Die Polizei bittet mögliche Augenzeugen, sich zu melden.

Funkenflug als Auslöser?

Die Stadt hatte schon bald nach Ausbruch des Feuers mitgeteilt, vermutlich habe ein vorbeifahrender Zug Funken geschlagen und so die Flammen entfacht. Später relativierte die Stadt diese Aussage und betonte, es seien auch andere Brandursachen möglich. Die Bahn warnte vor voreiligen Schlüssen.

Der Funkenflug eines Zuges als Auslöser für einen Böschungsbrand an einer Bahntrasse ist nach Einschätzung des Experten Christian Schindler sehr unwahrscheinlich. "Dass ein Funkenflug jemals zu einem Böschungsbrand geführt hat, ist mir nicht bekannt", sagte der Leiter des Instituts für Schienenfahrzeuge und Transportsysteme an der RWTH Aachen. Daneben gelten auch Brandstiftung und eine weggeworfenen Zigarette als mögliche Auslöser.

Dauer

Schaulustige belästigen Anwohner

Am Donnerstag sperrte die Stadt das betroffene Areal ab. Grund seien Schaulustige, die eigens anreisten, um die Brandstelle zu besichtigen und Anwohner belästigten, hieß es. Bei dem Brand am Dienstag waren mindestens acht Häuser von den Flammen erfasst worden, einige sind nur noch Ruinen. 32 Menschen wurden verletzt. Unter ihnen seien auch einige wenige Schwerverletzte, sagte eine Sprecherin des Rhein-Sieg-Kreises.

Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot von mehr als 500 Einsatzkräften vor Ort. Die große Trockenheit und Hitze hätte bei der schnellen Entwicklung des Brandes sicherlich eine Rolle gespielt, so die Feuerwehr. "Mit hoher Wahrscheinlichkeit spielten der zur Brandzeit herrschende Wind und Luftverwirbelungen vorbeifahrender Züge eine Rolle bei der Ausbreitung des Feuers", teilte die Polizei als eine ihrer ersten Erkenntnisse am Mittwoch mit.

An der Bahnstrecke gibt es große Verwüstungen (Foto: picture-alliance / dpa)
An der Bahnstrecke gibt es große Verwüstungen
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