Teil eines zerstörten Geldautomaten, seit drei Jahren gibt es eine Serie von Geldautomaten-Sprengungen in Rheinland-Pfalz (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture-alliance/ZB)

Zahlen, Täter und Ermittler Sprengung von Geldautomaten - das ist bisher bekannt

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Bislang scheint die Sprengung von Geldautomaten noch ein lohnendes Geschäft für Kriminelle zu sein - auch in Rheinland-Pfalz. Die Zahl der Vorfälle hat sich seit 2016 vervielfacht.

Mittlerweile kann man wohl schon von einer Serie sprechen: Im vergangenen Jahr wurden allein in Rheinland-Pfalz 26 Geräte in die Luft gejagt. Zwei Jahre zuvor waren es nur fünf Vorfälle dieser Art. Dabei schaffen es die Kriminellen nicht immer, die Automaten zu öffnen und Geld zu erbeuten.

In diesem Jahr schlugen die Täter bis Mitte April bislang zehnmal zu, wobei sie in drei Fällen die Geräte nicht knacken konnten. Mit vier Fällen gibt es eine Häufung in der Pfalz.

In Mainz laufen die Fäden der Ermittler zusammen

Die Behörden haben mit der Bildung einer zentralen Ermittlungsgruppe in Mainz Anfang 2018 auf diese Entwicklung reagiert. Dieses Team leitet jeweils die Ermittlungen und tauscht sich mit den Nachbarländern von Rheinland-Pfalz aus, denn auch dort kommt es vermehrt zu Sprengungen von Geldautomaten.

Auf frischer Tat ertappt

Zwei der im vergangenen Jahr verübten Geldautomaten-Sprengungen in Rheinland-Pfalz klärte die Polizei bisher auf. In einem Fall wurden die Täter im April 2018 auf frischer Tat ertappt. Sie wurden mittlerweile zu Haftstrafen zwischen drei und mehr als sechs Jahren verurteilt. In Zusammenhang mit dem zweiten aufgeklärten Fall läuft ein weiteres Gerichtsverfahren.

JahrSprengungen in RP insgesamtvollendet/versucht
201652/3
20172311/12
20182617/9
2019 (bis 20.4.)117/4

Beachtlicher Sachschaden

Die Schäden, die an den Automaten oder auch den Gebäuden verursacht werden, sind beträchtlich. Für das vergangene Jahr summierten sie sich nach polizeilichen Schätzungen auf zwei Millionen Euro. 2017 waren es immerhin 875.000 Euro. Und auch in diesem Jahr richteten die Täter in den ersten Monaten bereits große Schäden an - von einer knappen halben Million Euro ist die Rede. Dabei ist noch nicht eingerechnet, wie viel Geld die Täter möglicherweise erbeuteten. Aus "präventivpolizeilichen Gründen" wird die Beutesumme nicht bekanntgegeben.

Wer steckt hinter den Sprengungen?

Das Landeskriminalamt geht nach eigenen Angaben davon aus, dass es sich bei den Tätern im Wesentlichen um marokkanischstämmige Niederländer handelt. Die Gruppen handelten professionell und seien gut organisiert. Es sind den Angaben zufolge aber auch schon Nachahmungstäter unterwegs.

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