Jägerin (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Sebastian Kahnert/dpa)

Jagen, schießen und ganz viel Natur Zahl der Jägerinnen in Rheinland-Pfalz steigt

Immer mehr Rheinland-Pfälzerinnen legen die Jägerprüfung ab. Viele wollen die Natur genießen - aber Wildtiere töten und ausnehmen können sie auch.

Immer mehr Frauen in Rheinland-Pfalz gehen auf die Pirsch. Dem Landesjagdverband (LJV) zufolge hat die Zahl der weiblichen Teilnehmer an Prüfungen zum Jagdschein stark zugenommen. Von den etwa 19.000 Mitgliedern des Verbands seien derzeit rund 1.850 weiblich - fast zehn Prozent. 2015 seien es noch rund acht Prozent gewesen, sagt LJV-Sprecher Günther Klein.

Der Deutsche Jagdverband bestätigte den Trend. Die Zahl weiblicher Teilnehmer am Vorbereitungskurs sei von 20 Prozent (2011) auf 25 Prozent (2016) gestiegen, teilte DJV-Sprecherin Anna Martinsohn mit. "Hauptmotivation ist für viele Frauen, mehr Zeit in der Natur zu verbringen. Manche machen den Jagdschein auch, damit ihr Hund an der Jagdhundausbildung teilnehmen kann."

Frauen oft besser vorbereitet

Und wie sieht es in der Fläche aus? "Wir haben dieser Tage Prüfung, da sind von 19 Teilnehmern vier weiblich", berichtet Kreisjagdmeister Karl Mang in Bad Dürkheim. Die Gesellschaft an sich habe sich verändert, dies zeige sich auch in der Jägerzunft. "Ich stelle bei Prüfungen fest, dass Frauen oft besser vorbereitet sind als Männer", so Mang. "Bei der Jagd muss man auch mit Fleisch und Blut hantieren - das gelingt nicht jeder Frau gut, aber das gibt es auch bei Männern."

Für viele spiele die Ernährung eine Rolle, glaubt LJV-Sprecher Klein. Jäger, die gerne Wild essen, wüssten immer, woher das Tier stamme. Die verbreitete Vorstellung, dass nur Großkopferte einen Jagdschein besäßen, sei falsch: "Bei uns findet man Studenten, Angestellte, Junge, Alte, Frauen, Männer." Letzten Endes gehe es darum, ob jemand gut jagen könne - nicht um das Geschlecht.

Auch ältere Frauen machen das "Grüne Abitur"

Renate Bickmann vom Landesjagdverband kann sich an frühere Zeiten noch gut erinnern. "Ich habe 1998 den Jagdschein abgelegt - da waren wir gerade einmal zwei Frauen." Sie freut sich über den Trend: "Heute machen nicht nur jüngere Frauen die Prüfung, sondern durchaus auch etwas ältere. Das ist doch gut!"

Um das "Grüne Abitur" zu bekommen, werden Anwärter mehrere Monate in einer Kreisjägerschaft ausgebildet. Sie begleiten einen Mentor auf die Jagd, trainieren wöchentlich das Schießen und pauken Waffenrecht, Jagdrecht, Tierarten und Krankheitsbilder. Am Ende folgt ein praktischer und ein theoretischer Test. "Und die haben es in sich", sagt LJV-Sprecher Klein. "Die kann man nicht mal so nebenbei machen."

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