Ryanair-Maschine am Hahn mit einer leeren Gangway davor (Foto: SWR)

Winterflugplan vorgestellt Ryanair streicht 20 Prozent aller Flüge am Hahn

Ryanair dünnt seinen Winterflugplan am Hahn erheblich aus. Im Vergleich zum Winter 2017/2018 fällt ein Fünftel der Verbindungen weg - kein gutes Signal für den ohnehin gebeutelten Flughafen.

Der neue Plan gelte ab November, teilte die irische Airline mit. Dann werde Ryanair beispielsweise pro Woche nur noch fünf statt sieben Flüge vom Hahn nach London anbieten. Die Verbindungen nach Dublin und nach Trapani auf Sizilien fielen ganz weg.

120.000 Passagiere weniger bis März

Eine Bürgerinitiative gegen Nachtflüge am Hahn spricht davon, dass sich die Zahl der Flüge insgesamt um 19 pro Woche verringere und zwar von 93 auf 74. Dies bedeute bei einer Auslastung von 80 Prozent für die Zeit von November bis März 2019 ein Minus von circa 120.000 Passagieren für den Hahn.

Ryanair-Sprecher Robin Kiely sagte, alle Strecken würden individuell überprüft und Flugpläne gemäß ihrer Nachfrage erstellt. "Die deutsche Luftverkehrssteuer trägt trotz der Bemühungen des Flughafens, kostengünstige Bedingungen zu schaffen, zu überdurchschnittlich hohen Kosten am Flughafen Hahn bei", ergänzte er.

Allerdings hebt Ryanair inzwischen auch von den benachbarten Flughäfen Frankfurt/Main, Luxemburg und Köln/Bonn ab.

Frachtgeschäft generell besser als Passagieraufkommen

Und danach? Der Sommerflugplan 2019 werde derzeit fertiggestellt, so Kiely weiter. Generell entwickelt sich beim defizitären Flughafen Hahn das Frachtgeschäft deutlich besser als das Passagieraufkommen. Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) listete für das erste Halbjahr 2018 bei der Fracht an dem Hunsrück-Airport ein Plus von 87,3 Prozent auf 91.693 Tonnen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf. Die Zahl der Passagiere sank dagegen um 10,6 Prozent auf 1.057.694.

Streik führte zu Flugausfällen

Zudem führte der Streik von Ryanair-Piloten am vergangenen Freitag auch am Hahn zu einer Reihe von Flugausfällen. Der ehemalige US-Fliegerhorst gehört zu 82,5 Prozent dem chinesischen Mischkonzern HNA und zu 17,5 Prozent dem Land Hessen. Die Tarifverhandlungen zwischen ver.di und der Fluggesellschaft gehen unterdessen heute weiter. Ziel ist es für die rund 1.000 Flugbegleiter in Deutschland einen deutschen Tarifvertrag zu erreichen.

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