Das Windrad bei Gerbach im Donnersbergkreis nach dem Rotorblatt-Abriss Ende Dezember 2013 (Foto: picture-alliance / dpa)

Vorfälle in der Pfalz und im Hunsrück Nicht der erste Windrad-Unfall in Rheinland-Pfalz

Es ist nicht das erste Mal, dass in Rheinland-Pfalz ein Rotorblatt von einem Windrad abreißt und hinunterstürzt. Vor allem ein Fall im Jahr 2013 sorgte für Aufregung.

Feuer, Ölaustritt, Arbeitsunfälle: An einem Windrad kann einiges passieren. Kracht aber eines der riesigen Rotorblätter in die Tiefe, dann löst das besondere Aufregung aus.

So wie am 30.12.2013 im pfälzischen Gerbach. Ein rund 60 Meter langes Blatt eines Windrads stürzt aus einer Höhe von 140 Metern auf ein Feld nahe der Gemeinde. Verletzt wird niemand. Zwei Monate später nennt das rheinland-pfälzische Umweltministerium eine Ursache: Die Schraubverbindungen zwischen dem Blattlager des Windradflügels und der Nabe hätten versagt.

Windrad-Unfall beschäftigt die Landespolitik

Der Unfall beschäftigt sogar die Politik in Mainz. Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) erklärt damals: "Nach den bisherigen Erkenntnissen schätzt die Landesregierung das Risiko von Rotorabrissen und das damit in Verbindung stehende Gefahrenpotential als sehr gering ein." Die CDU fordert dagegen, angesichts der Zunahme der Windräder im Land müssten die sicherheitsrelevanten Fragen geklärt werden. Vor allem, da viele Anlagen in unmittelbarer Nähe zu Straßen und Autobahnen stünden.

Das Windrad bei Gerbach im Donnersbergkreis nach dem Rotorblatt-Abriss Ende Dezember 2013 (Foto: picture-alliance / dpa)
Das Windrad bei Gerbach im Donnersbergkreis nach dem Rotorblatt-Abriss Ende Dezember 2013

Im Mai 2014 darf sich das Windrad bei Gerbach wieder drehen. Die Anlage könne nach der Reparatur und dem Einbau zusätzlicher Sicherheitsvorkehrungen wieder in Betrieb genommen werden, so ein Sprecher des Energieunternehmens Juwi.

Rotorblatt wird regelrecht zerfetzt

Am 15.11.2015 kommt es in Ober Kostenz im Rhein-Hunsrück-Kreis zu einem spektakulären Zwischenfall mit einem Windrad. Offenbar haben Sturmböen an der Anlage massive Schäden verursacht. Ein Flügel des Windrades bricht in der Mitte ab und stürzt zu Boden. Dabei wird das Rotorblatt regelrecht zerfetzt. Einzelteile finden sich auch auf den umliegenden Feldern zerstreut.

Ein Teil eines Rotorblatts des Windrades in Ober Kostenz im Hunsrück, nach der Havarie im November 2015 (Foto: SWR)
Ein Teil eines Rotorblatts des Windrades in Ober Kostenz im Hunsrück, nach der Havarie im November 2015

Einzelteile fallen auf die Kreisstraße

Ein Fall liegt bereits zwölf Jahre zurück. Ein etwa 35 Meter langes Rotorblatt bricht 8.12.2006 nahe Mehring (Kreis Trier-Saarburg) bei starkem Wind von einer Windkraftanlage ab. Auch hier zersplitterte das Blatt in viele Einzelteile, die unter anderem auch auf die Kreisstraße 85 fallen. Obwohl laut Polizei auf der Straße reger Verkehr geherrscht habe, wird niemand verletzt. Ein Autofahrer hat zuvor die Polizei informiert, dass sich das 113 Meter hohe Windrad ungewöhnlich stark drehe.

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