Schmelz-Rohre beim Kunstoff-Hersteller Simona in Kirn im Landkreis Bad Kreuznach  (Foto: SWR, Michael Herr)

Wie spürbar ist der Abschwung? Weniger Aufträge bei Kirner Chemie-Unternehmen

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Wenn die Konjunktur stockt, leidet die Chemie-Branche schnell darunter. Auch beim mittelständischen Kunststoffhersteller Simona im Kreis Bad Kreuznach gehen die Aufträge zurück.

Warm und laut ist es in der Produktionshalle von Simona in Kirn an der Nahe. In einem fünfmeterlangen Rohr werden kleine Plastikteilchen zu einer Art Kunststoffwurst geschmolzen. Am Rohrende kommt sie aus einer Düse heraus und gelangt über ein Dreiwalzenglättwerk auf Rollbahnen. Diese sind wie eine große Teigwalze. Sie machen aus der Kunststoffwurst eine Platte, die noch zurecht geschnitten wird.

Kunstoffwalze bei Simona in Kern im Landkreis Bad Kreuznach (Foto: SWR, Michael Herr)
Aus Kunststoffen werden bei Simona Platten gepresst und in verschiedene Größen zugeschnitten. Michael Herr

Chemieprodukte für andere Chemieunternehmen

Hauptabnehmer dieser Platten sind andere Chemieunternehmen, die damit Behälter auskleiden. Die abkühlende Weltkonjunktur macht der Chemiebranche zu schaffen. Das merkt auch Simona in seinen Auftragsbüchern, erklärt Unternehmenschef Wolfgang Moyses.

"Uns geht’s vergleichsweise noch gut. Aber in der chemischen Industrie merken wir schon, dass die Aufträge zurückgehen.“

Wolfgang Moyses, Vorstandsvorsitzender der Simona AG

Das Geschäft mit Kunststoffen für die Chemie könnte in diesem Jahr schrumpfen, meint Wolfgang Moyses. Allerdings hat Simona seine Gewinnziele für das Gesamtjahr bislang nicht heruntergeschraubt. Der Grund: Das Unternehmen ist breit aufgestellt, beliefert auch Branchen, die den Abschwung momentan wenig spüren – beispielsweise die Bauwirtschaft.

Kunststoffe für kriselnde Autoindustrie

Die Krise der deutschen Automobilindustrie ist aber auch in Kirn im Landkreis Bad Kreuznach angekommen. Denn Simona liefert Kunststoffverkleidungen für Verbrennungsmotoren. 600 Mitarbeiter hat Simona in Kirn. Sollte die Auftragslage sich verschlechtern, könnte es zu Kurzarbeit kommen. Ein Stellenabbau ist dagegen zur Zeit für Wolfgang Moyses kein Thema. Es sei ja schon schwierig genug, gute Facharbeiter zu bekommen.

"Wenn wir gute Facharbeiter haben, dann werden wir die nicht freiwillig gehen lassen.“

Wolfgang Moyses, Vorstandsvorsitzender der Simona AG
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