Auf einem Laptop, Tablet und Smartphone sind Anwendungen der Firma Keeunit geöffnet (Foto: Pressestelle, keeunit GmbH)

Wie spürbar ist der Abschwung? Wandel als Chance – eine Mainzer Firma nutzt die digitale Transformation

Die Mainzer Firma Keeunit begreift den digitalen Wandel als Chance. Ihre Geschäftsidee: E-Learning-Programme für Firmen, die Mitarbeiter auf digitalem Weg weiterbilden wollen.

Keeunit sitzt in der Alten Fahrkartendruckerei in Mainz. In dem stylisch sanierten Backsteingebäude arbeitet das Team an Apps und Lernvideos. Verlage, Autobauer und Versicherer holen sich bei der jungen Mainzer Firma Hilfe, wenn es um digitales Lernen geht.

Bei Keeunit in Mainz entstehen unterschiedlichste E-Learning-Programme für Smartphones, Tablets oder PCs. (Foto: SWR)
Keeunit hat seinen Sitz in der Alten Fahrkartendruckerei in Mainz, einem Bürokomplex für Startups und andere Firmen, in ehemaligen Druckereigebäuden der Bahn.

Zweistelliges Wachstum bei digitalen Lernprogrammen

Der E-Learning-Markt wachse im zweistelligen Bereich im Vergleich zur Gesamtwirtschaft, sagt Keeunit-Geschäftsführerin Norma Demuro. Lernen und Weiterbildung funktionierten heute anders als früher.

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„Durch die technologischen Möglichkeiten, wie beispielsweise Smartphones, verändert sich auch die Art und Weise, wie wir Informationen konsumieren. Es geht gar nicht mehr darum, sich Vorratswissen anzueignen, sondern in dem Moment auf die Lernressourcen zurückgreifen zu können, die ich benötige, um meinen Job gut zu machen.“

Norma Demuro, Gründerin von Keeunit

E-Learning auch unterwegs

Die Clips von Keeunit sind zwischen drei und 15 Minuten lang – und auch mobil abrufbar, sagt Kundenberaterin Ramona Rockel. Per Smartphone oder Tablet zum Beispiel. Das sei praktisch, wenn Kollegen viel unterwegs seien, sich aber auf dem aktuellen Stand halten müssten – zum Beispiel, was neue Produkte angeht, die sie verkaufen sollen. Eingesetzt würden sie zum Beispiel, um die Kommunikation zu erleichtern, wenn es in einem Unternehmen viele Innovationen in kurzer Zeit gebe.

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"Unternehmen haben auch den Einsatzbereich des Onboardings, also wenn sie neue Mitarbeiter schnell ins Thema holen wollen. Dann holen sie sich auch die Hilfe einer Learning-App, dann macht das Spaß und man ist schnell in den Themen des neuen Unternehmens drin.“

Ramona Rockel, Keeunit

Auch eine Quiz-App hat das Team entwickelt, Nutzer spielen entweder gegen einen virtuellen Gegner oder fordern Kollegen heraus. Eine spielerische Art des Lernens, die gerade im Außendienst und Vertrieb gut ankomme.  

Die Quiz App von Keeunit auf einem Smartphone (Foto: Pressestelle, keeunit GmbH)
Keeunit in Mainz hat eine Quiz App für spielerisches Lernen entwickelt. Sie werde häufig im Vertrieb und Außendienst eingesetzt, sagt Kundenberaterin Ramona Rockel. Pressestelle keeunit GmbH

Weiterbildung kann im Wettbewerb um Fachkräfte Punkte bringen

Es gehe nicht darum, sich zwischen Präsenz-Fortbildung oder E-Learning zu entscheiden, meint Kundenberaterin Rockel. Wichtig für einen Arbeitgeber sei ganz grundsätzlich ein gutes Konzept für Weiterbildung. Sie ist aber überzeugt, dass E-Learning-Angebote Firmen im Ringen um Fachkräfte attraktiver machen können.

„Es spricht sich herum, wenn ein Unternehmen besonders modern ist und die eigenen Mitarbeiter auch digital weiterbildet. Damit kann man sich absetzen von der Konkurrenz.“

Ramona Rockel, Keeunit

Keeunit-Gründerin Norma Demuro glaubt nicht, dass die Menschen heute sich viel mehr weiterbilden müssen als in früheren Zeiten.

„Der Unterschied liegt darin, dass sich durch die digitale Transformation diese technologischen Möglichkeiten, die sich ergeben, das Rad einfach ein bisschen schneller dreht. Und diese Schnelligkeit ist es, die die Unternehmen spüren, die die Mitarbeiter auch spüren, und die dann wahrscheinlich auch dazu führt, dass Qualifikationen schneller erworben werden müssen.“

Norma Demuro, Keeunit

Für die Zukunft glaubt Norma Demuro, dass soziales Lernen im Team immer wichtiger werden wird. Damit ist gemeint, dass man Erfahrungen teilt und gemeinsam Arbeitsschritte weiterentwickelt. Auch im Bereich virtuelle Realität, Beispiel Virtual Reality-Brillen, rechnet sie mit spannenden Einsatzmöglichkeiten zum Lernen in Unternehmen.

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