Der erste Herbststurm in Rheinland-Pfalz entwurzelte Bäume wie hier in Schillingen im Kreis Trier-Saarburg (Foto: SWR)

Bäume auf Autobahn und Oberleitungen Herbststurm über Rheinland-Pfalz sorgt für schwere Schäden

Das Sturmtief "Fabienne" hat in Rheinland-Pfalz Schäden in Millionenhöhe verursacht. An vielen Stellen knickten Bäume um, die Bahnstrecken und Straßen blockierten. Besonders hart traf der Sturm Rheinhessen.

Im Landkreis Mainz-Bingen kippten nach Angaben der Feuerwehr Strommasten um, so dass zeitweise der Strom ausfiel. Insgesamt seien Einsatzkräfte in Mainz 130 Mal ausgerückt, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Montag. "Das waren überdurchschnittlich viele Einsätze. Wir hatten die ganze Bandbreite mit dabei." Abgebrochene Äste mussten etwa von den Gehwegen geräumt und Keller ausgepumpt werden. Verletzte gab es bei den Einsätzen laut Feuerwehr aber nicht.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
16:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

In Nieder-Olm und Mommenheim sind laut Polizei drei Häuser nicht mehr bewohnbar. Sie sind einsturzgefährdet. Die Dächer und Dachstühle wurden stark beschädigt. Fünf große Strommasten aus Stahl knickten um. In mehreren Gemeinden fiel der Strom aus. An der Autobahn 60 zwischen Bingen und Ingelheim liefen Schafe auf die Fahrbahn - nachdem ein Baum den Elektrozaun der Weide umgerissen hatte. 150 Schafe mussten eingefangen werden.

In Schillingen im Hochwald bohrte sich ein großer Ast durch die Windschutzscheibe eines fahrenden Autos. Die Beifahrerin wurde leicht verletzt. Aus Rheinhessen meldete die Polizei abgedeckte Dächer und vollgelaufene Keller. In mehreren Gemeinden fiel der Strom aus. Das Alzeyer Winzerfest wurde aus Sicherheitsgründen vorübergehend unterbrochen. In Mainz wurde wegen des Unwetters eine Veranstaltung auf dem Marktplatz abgesagt.

Nach Herbststurm "Fabienne" Sturmschäden in Rheinland-Pfalz

eingestürzter Kran über einem Neubau (Foto: Mainz 112)
In Mommenheim (Landkreis Mainz-Bingen) stürtzte ein Kran auf einen Neubau. Mainz 112 Bild in Detailansicht öffnen
Am Golfplatz in Mommenheim ist ein Strommast abgeknickt. Mainz 112 Bild in Detailansicht öffnen
Aufräumarbeiten der Feuerwehr in Bad Kreuznach. Feuerwehr Bad Kreuznach Bild in Detailansicht öffnen
Durch Sturm entwurzelter Baum in Bad Kreuznach. Feuerwehr Bad Kreuznach Bild in Detailansicht öffnen
Die Feuerwehr Zweibrücken musste wegen des Sturms ausrücken. Feuerwehr Zweibrücken Bild in Detailansicht öffnen
In Schillingen (Kreis Trier-Saarburg) stürzte ein Baum auf ein Auto. Florian Blaes Bild in Detailansicht öffnen
Wasser auf den Straßen in Undenheim (Landkreis Mainz-Bingen). Bild in Detailansicht öffnen
Aussiedlerhof in Nieder-Olm: Die Häuser sind nicht mehr bewohnbar. Mainz 112 Bild in Detailansicht öffnen
Zwischen Obernhof und Laurenburg im Rhein-Lahn-Kreis fuhr ein Zug in einen umgestürzten Baum. picture-alliance / dpa, Guido Kirchner Bild in Detailansicht öffnen
Auf dem Friedhof in Zornheim wurde ein Baum entwurzelt. Mainz 112 Bild in Detailansicht öffnen

Unfälle auf nasser Straße

Auf den regennassen Straßen kam es zu Unfällen, wie etwa die Polizeiinspektion Saarburg mitteilte. So kam es auf der Bundesstraße 51 zwischen Tawern und Könen (Kreis Trier-Saarburg) zu einem Auffahrunfall, weil ein Baum auf die Fahrbahn gestürzt war. Verletzt wurde niemand.

Viele Behinderungen im Bahnverkehr

Auch der Bahnverkehr war am Sonntagabend vielerorts erheblich eingeschränkt. Zwischen Obernhof und Laurenburg im Rhein-Lahn-Kreis fuhr ein Zug in einen umgestürzten Baum. Verletzt wurde laut Bahn niemand. Die Strecke Mainz-Worms-Mannheim war in beide Richtungen zeitweise gesperrt. Auch in der Region Trier fuhren Züge nicht. Die Strecke Koblenz-Limburg war am späten Sonntagabend wieder frei. Neben Ausfällen kam es für Bahnreisende zu Verspätungen. Aktuelle Infos zu den Einschränkungen bei der Bahn finden Sie hier.

Frankfurter Flughafen "voller als sonst"

Rund 130 Flüge sind am Sonntag wegen des Unwetter am Frankfurter Flughafen annulliert worden - die Folgen waren auch am Montagmorgen noch zu spüren. "Es ist etwas voller als sonst", sagte ein Sprecher der Fraport. "Das sind die Nachwirkungen von gestern." Das Sturmtief hatte am Sonntag auch zu einem 20-minütigen Abfertigungsstopp geführt.

"Fabienne" zog vom Nachmittag bis zum frühen Abend über Rheinland-Pfalz und den Süden Deutschlands. Eine Unwetterwarnung wurde am Abend für das Land aufgehoben.

Im Kurznachrichtendienst Twitter zeigten User Bilder des Unwetters:

Die Polizei in Trier äußerte bei Twitter ihren Respekt für alle Fans, die trotz des Wetters die Partie Eintracht Trier gegen TuS Koblenz im Stadion verfolgten.

Nach "Fabienne" drohen frostige Nächte und erste Glätte

Am Dienstag sollen die Schauer in Deutschland abnehmen, an der See muss laut Deutschem Wetterdienst (DWD) aber weiter mit Wind und starken Böen gerechnet werden. Mit Temperaturen von bis zu 12 Grad am Alpenrand und 18 Grad am Oberrhein bleibe es eher frisch. Am Mittwoch sollen stellenweise bis zu 20 Grad erreicht werden. Nachts droht aber an manchen Orten Luft- und Bodenfrost. Im Süden könnte es in der Nacht zum Mittwoch bis minus fünf Grad kalt werden, vereinzelt mit Glättegefahr, prognostizierte der DWD.

Über Unwetter in Ihrer Regionen können Sie sich auch per Smartphone warnen lassen - mit unserer App:

STAND