Regen zieht herauf in Rheinland-Pfalz (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Zwei Tage Schauer Hitzefrei fürs Wetter: Der Regen ist da

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Lange sah man keine dunklen Wolken über Rheinland-Pfalz - doch jetzt regnet es. Endlich, sagen Landwirte und Naturschützer. Doch die Regenmenge reicht nicht.

Die Meldungen über Trockenheit haben sich in den letzten Tagen gehäuft: Das Sumpfgebiet bei Eich versiegte, den Landwirten fehlte das Viehfutter, die Gefahr von Bränden stieg. Ein Tief aus Schottland bringt seit Donnerstag feuchtwarme Meeresluft und damit Regen nach Rheinland-Pfalz. Doch der bleibt wohl eher der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein.

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Am Donnerstagabend gab es in der Region Trier heftige Unwetter. Die einzelnen Gewitter und die bis Samstag vorausgesagten teils kräftigen Schauer sind laut Claudia Salbert vom Wetterdienst Meteo Group aber nicht genug. Sie verspricht sich nicht mehr als fünf Liter pro Quadratmeter von den Regenwolken. "Das reicht vielleicht, um die Oberfläche nass zu machen", sagt sie. "Aber das verpufft."

Regen zieht auf in Rheinland-Pfalz

Regen zieht herauf in Rheinland-Pfalz (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Ob der Regen wie hier auch in Speyer runterkommt, ist fraglich. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Eine nasse Straße im Hunsrück: Gerade der Wald braucht dringend Wasser. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Örtlich könnte es auch Gewitter geben - wie hier in Mainz. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Der Wasserstand der Mosel könnte sich am Donnerstag wenigstens ein bisschen erhöhen. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Auch die Felder in Rheinhessen brauchen dringend Wasser - wie hier um den Wartbergturm bei Alzey. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
In der Nacht zum Donnerstag sollen schon die ersten Tropfen fallen. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen

Zudem sei es nicht klar, ob es wirklich in ganz Rheinland-Pfalz regnet. "Das meiste wird wohl im Norden des Landes fallen", sagt Salbert. Nach Freitag würden die Temperaturen wohl wieder steigen, wenn auch nicht über 30 Grad. "Die Trockenheit wird erstmal nicht beendet", prophezeit Salbert.

Für die Landwirtschaft reicht die Regenmenge nicht

Andreas Köhr vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd muss über fünf Liter pro Quadratmeter ein bisschen schmunzeln. "Da brauchen die Landwirte deutlich mehr, das reicht nicht", sagt er. 20 oder 25 Liter wären gut - dann würde es sich wenigstens lohnen, dass am Donnerstag und Freitag wegen des Regens die Getreideernte unterbrochen werden muss.

Regen zieht herauf in Rheinland-Pfalz (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Bei Regen muss die Getreideernte gestoppt werden. Picture Alliance

Noch gebe es keine Ernteausfälle - doch der Grünschnitt für das Viehfutter droht knapp zu werden. Dass jetzt von der Landesregierung wegen der aktuellen Trockenheit ab dem 16. Juli die sogenannten ökologischen Vorrangflächen freigegeben werden, sei eine gute Überbrückung. Zu diesen Flächen gehören Wildblumen, Gräser und Pflanzen für den Bodenschutz. Bienenweiden sind von der Ausnahmeregelung jedoch ausgeschlossen. "Aber das ersetzt nicht den Regen", sagt Köhr. Doch noch sei alles offen - ob es gerade bei den späten Obstsorten, Wein und Rüben zu schlechten Ernten kommt, könne man jetzt noch nicht sagen.

Das Jahr 2018 macht der Natur immer noch zu schaffen

Aber nicht nur Nutzpflanzen schadet die Trockenheit. "So ein Dauerregen wäre mal richtig gut", sagt Fiona Brurein vom Naturschutzbund (Nabu) Rheinland-Pfalz. Um den Grundwasserspiegel wirklich zu erhöhen, brauche es schon mehrere Tage Regen - und zwar viel.

Denn die Trockenheit aus dem vergangenen Jahr wirke noch nach. "Das nasse Frühjahr dieses Jahr hat das nicht ausgeglichen", sagt Brurein. Die Gewässer trocknen langsam aus. Zudem begünstigt das trockene, warme Klima die Verbreitung von Schädlingen wie Borkenkäfer und Eichenprozessionsspinner. Aber ein bisschen Regen sei immer noch besser als nichts - "vor allem mit Blick auf die Waldbrandgefahr."

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