Die Johannesstraße vor der gesperrten Brückenauffahrt nach Oberlahnstein überflutet (Foto: Pressestelle, Foto: Walter Faust)

Weihnachtshochwasser 1993 Die Hochwasser-Katastrophe an Mosel, Saar und Nahe

Überschwemmte Straßen, vollgelaufene Wohnungen: Vor 25 Jahren hat eines der schlimmsten Hochwasser der deutschen Geschichte Zehntausende in Schrecken versetzt und Millionenschäden angerichtet.

In den Katastrophengebieten an Mosel, Rhein und Saar fällt 1993 für viele Anwohner Heiligabend ins Wasser. Die Mosel- und Rheinscheitel treffen damals am 23. Dezember in Koblenz zusammen. Der Pegelstand des Rheins mit eigenem definierten Nullpunkt steigt hier auf rund 9,50 Meter - der höchste Stand seit 1784.

Die pensionierte Lehrerin Margret Erbach, die in Koblenz-Neuendorf in einem vier Jahrhunderte alten Fachwerkhaus am Rhein wohnt, deutet auf das Erdgeschoss: "Das Wasser stand hier bis 20 Zentimeter unter der Decke." Es sei sehr schnell gekommen. Viele Anwohner seien mit Booten gerettet worden, ergänzt sie. "Die Nachbarn haben alles verloren. Niemand hat mit so einem Hochwasser gerechnet", sagt Erbach.

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Wohnwagen trieben durch die Straßen

Viele Anwohner hätten damals die Öltanks ihrer Heizungen nicht gesichert, so Margret Erbach. "Ein dicker Ölfilm schwamm auf dem Wasser." Das Öl sei unten in die Wände ihres Hauses eingezogen: "Das war schäbig." Und draußen, da sei hin und wieder ein Wohnwagen von einem Campingplatz vorbeigetrieben, erinnert sich Erbach.

In Koblenz stehen vor Heiligabend 1993 rund 4.000 Häuser unter Wasser. Etwa 1.000 Bürger, die nicht aus ihren Wohnungen wollen, werden mit warmen Essen per Boot versorgt. In sieben Stadtteilen wird zur Sicherheit der Strom abgeschaltet.

Auch in Cochem an der Mosel sind rund 1.500 Bürger fast völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Die Strom- und Telefonverbindungen sind unterbrochen. Auch die Nahe tritt über die Ufer. In Bad Kreuznach müssen zahlreiche Läden schließen.

Viele Soldaten der Bundeswehr, aber auch einige der französischen und US-amerikanischen Streitkräfte, helfen. Franz Gstatter, der in der Koblenzer Altstadt wohnt, erinnert sich: "Hier waren überall Stege der Bundeswehr-Pioniere. Die haben die Leute aus dem ersten Stock gerettet."

Auch in diesem Jahr hatten die Anwohner an Rhein und Mosel mit Hochwasser zu kämpfen.

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