Schiffe des Unternehmens Köln-Düsseldorfer auf dem Rhein bei Mainz (Foto: picture-alliance / dpa)

Anhaltende Trockenheit in Rheinland-Pfalz Rhein-Niedrigwasser: Köln-Düsseldorfer stellt Linienverkehr ein

Wegen der weiterhin anhaltenden Trockenheit steuern die Pegelstände des Rheins auf ein historisches Tief zu. Die Reederei Köln-Düsseldorfer hat jetzt Konsequenzen gezogen.

Die Linienfahrten zwischen Köln und Mainz seien wegen des anhaltenden Niedrigwassers komplett eingestellt worden, wie der Ausflugsanbieter Köln-Düsseldorfer auf seiner Webseite mitteilte. "Das ist uns jetzt zu gefährlich, die Sicherheit unserer Fahrgäste geht vor", sagte eine Sprecherin des Unternehmens am Dienstag. Damit wird der Linienverkehr einige Tage vor dem ohnehin vorgesehenen Saisonende am kommenden Sonntag beendet. Die Rundfahrten bei Köln, Düsseldorf und Frankfurt finden nach Angaben der Sprecherin weiter statt.

Fähren stellen nach und nach den Betrieb ein

Am Donnerstagvormittag hat die Fähre Kaub ihren Betrieb eingestellt. Bereits vor Tagen hat die Fähre, die Lorch und Niederheimbach verbindet, aufgegeben.

Aktuell liegt der Pegel Kaub nahe dem Loreley-Felsen bei 33 Zentimeter. Am Mittwochabend lag er noch bei 35 Zentimeter. Damit ist der Rekordtiefstand aus dem Hitzejahr 2003 gebrochen.

Flug über Rhein bei Niedrigwasser (Foto: SWR)
Der Rhein führt seit Wochen immer weniger Wasser

Behörde: Wasserstand ist Extremereignis

Ein Sprecher der BfG sprach bereits von einem "Extremereignis". Die Behörde geht davon aus, dass die Lage noch eine Weile anhalten wird. Eine Einschätzung, die der Deutsche Wetterdienst teilt: Nach seinen Angaben bleibt es auch in den kommenden Tagen in Hessen und Rheinland-Pfalz meist trocken. Nur am Freitag kann es zu etwas Sprühregen kommen, der die Pegelstände der Flüsse aber nicht nennenswert beeinflusst.

Laut BfG entscheiden die Reedereien in eigener Verantwortung, ob sie ihre Schiffe fahren lassen. Je niedriger der Wasserstand ist, desto weniger können die Frachtschiffe laden. Einige Fähren über den Rhein haben ihren Betrieb eingestellt, wie etwa die Mittelrheinfähre Lorch-Niederheimbach (Kreis Mainz-Bingen). Die Fähren in Rheinhessen, wie etwa in Bingen und Ingelheim, waren am Dienstag noch in Betrieb. In Nierstein nahm die Fähre nach Angaben der Betreiber keine Lastwagen mehr mit.

Immer öfter Blindgänger-Funde

Die niedrigen Wasserstände führen nicht nur zu reduziertem Schiffsverkehr, sondern bringen immer wieder auch gefährliche Altlasten zum Vorschein. Zuletzt wurde am Montag am Rheinufer in Hamm eine Brandbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Auch in Mainz hatte ein aufmerksamer Fußgänger Mitte Juli 66 Flakpatronen im seichten Hafenwasser entdeckt.

STAND