Ein Borkenkäfer kriecht über eine Fichte (Foto: dpa Bildfunk, Roland Weihrauch)

Waldbesitzer in Rheinland-Pfalz besorgt Borkenkäfer-Befall an mindestens einem Drittel der Nadelhölzer

Dem rheinland-pfälzischen Wald könnte ein weiteres kräftezehrendes Jahr bevorstehen. Nach dem heißen Sommer sind viele Bäume geschwächt, zudem haben sich Borkenkäfer stark vermehrt.

Der Waldbesitzerverband für Rheinland-Pfalz sorgt sich um die Bäume im Land. "Wir haben geschwächte Bäume und eine hohe Käferpopulation", sagte der Geschäftsführer des Waldbesitzerverbandes, Wolfgang Schuh. Borkenkäfer, vor allem der Buchdrucker, seien fast überall in den Böden und in den Bäumen. Zuletzt hätten rund 600.000 verkaufte Festmeter Nadelholz im Land einen Käferbefall gehabt. Das sei ein beträchtlicher Teil angesichts der rund 1,5 oder 1,8 Millionen Festmeter Nadelholz, die insgesamt pro Jahr verkauft würden.

Selbst nach dem Hitzesommer 2003 seien es im Vergleich nicht mehr als 250.000 Festmeter an "Käferholz" gewesen. Da in der Statistik nur die verkauften Holzmeter erfasst seien, dürften noch deutlich mehr Bäume angegriffen sein.

Der trockene Sommer 2018 hat vielen Bäumen zugesetzt (Foto: SWR)
Der trockene Sommer 2018 hat vielen Bäumen in Rheinland-Pfalz zugesetzt.

Vor allem Westerwald betroffen

Ähnlich klingt eine Einschätzung der bundesweit aktiven Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg. Sie prophezeit für die fichtenreichen Wälder in Rheinland-Pfalz ein kritisches Jahr 2019. Besonders betroffen sei der Westerwald, sagte Schuh. Es sei 2018 zwar überall im Land zu warm gewesen, dort aber auch noch deutlich trockener als etwa in Hunsrück und Eifel. "Im Westerwald sind ganze Hänge braun", sagte der Verbands-Geschäftsführer.

Das Problem sei, dass geschwächte Bäume weniger Harz bilden könnten. Mit dem könnten die Bäume Käfer abhalten oder gar ertränken. Es sei schwer abzuschätzen, wie die weitere Entwicklung werde. "Bekommen wir wieder einen heißen Sommer, haben wir eine Katastrophe", warnte Schuh. Grundsätzlich sorgten trockene, heiße Sommer sowie eine große Menge an "Windwurf", also bei Unwettern umgestürzte Bäume, für hohe Käferpopulationen. Beides habe man 2018 gehabt.

Regen könnte helfen

Die Waldbesitzer hoffen auf reichlich Regen. Das vitalisiere die Bäume und schade den Käfern. Letzteren setze nicht eine kalte Witterung wie derzeit zu, sondern eher ein wechselwarmer, feuchter Winter, der zu Pilzbefall auch bei den Käfern führe.

Der Schaden allein durch Borkenkäfer werde im Land auf rund 20 Millionen Euro geschätzt, heißt es in einem Antrag der CDU-Landtagsfraktion zu den Folgen des Klimawandels. Darin fordert die Oppositionspartei von der Landesregierung finanzielle Hilfe für private Waldbesitzer. Für den Staatswald habe die Ampel-Regierung rund sieben Millionen Euro eingestellt, etwa 20 Prozent dieser Summe seien auch für private Waldbesitzer notwendig, sagte der Fraktionsvorsitzende Christoph Baldauf vor Beginn der Plenarwoche.

"Der Kampf gegen die Borkenkäfer ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe", betonte Baldauf. Der Wald sei ein "wichtiger CO2-Abbauer". Die Wälder seien dem Waldzustandsbericht 2018 zufolge von Starkregen, Dürre und den Borkenkäfer so schwer geschädigt, das 84 Prozent der Bäume krank seien.

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