Michael Frisch AfD-Landtagsabgeordneter aus Trier kann sich vorstellen, den Landesvorsitz zu übernehmen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Andreas Arnold/dpa)

Vor dem AfD-Landesparteitag in Bingen Michael Frisch erwägt Kandidatur für Landesvorsitz

Vor dem Landesparteitag in der AfD rumort es in der Partei. Der bisherige Kandidat für den Landesvorsitz, Joachim Paul, steht in der Kritik. Nun gibt es offenbar eine Alternative.

Der Trierer AfD-Landtagsabgeordnete Michael Frisch stünde beim morgigen Parteitag der rheinland-pfälzischen AfD als Landesvorsitzender bereit. Frisch sagte dem SWR, es sei wichtig, die Partei in ruhigeres Fahrwasser zu bringen.

Eigentlich will sich AfD-Landesvize Joachim Paul am Samstag zum Landeschef wählen lassen. Er steht aber in der Partei in der Kritik, weil er Vorwürfe nicht entkräftet, dass er 2011 einen Artikel für eine NPD-nahe Zeitschrift geschrieben habe. Recherchen des SWR hatten diesen Verdacht vergangene Woche erhärtet.

Wildberg aus der Pfalz bringt Frisch ins Spiel

Der Pfälzer AfD-Bundestagsabgeordnete Heiko Wildberg hatte Paul deshalb zum Verzicht auf den Landesvorsitz aufgefordert – und als Alternative den Trierer Frisch vorgeschlagen.

Der sagte dem SWR, er stünde bereit, würde aber nicht direkt gegen Paul antreten. Damit legt auch er indirekt Paul nahe, nicht anzutreten. Er steht nach eigenen Worten für einen wertkonservativen Kurs in der AfD, besonders Familien- und Gesellschaftspolitik seien ihm wichtig.

Dauer

Auch Junge erwägt nun wieder Kandidatur

Zuvor hatte bereits Amtsinhaber Uwe Junge angekündigt, möglicherweise erneut für das Amt zu kandidieren. Zwar gehe er nicht mit der Absicht in den Parteitag, erneut zu kandidieren, sagte Junge dem SWR. Allerdings habe so ein Parteitag "auch immer seine eigene Dynamik". Für eine erneute Kandidatur müssten "besondere Situationen" entstehen. Junge hatte im Sommer erklärt, nicht mehr als Landeschef antreten zu wollen. Er hatte Ambitionen geäußert, in die Bundespolitik zu wechseln.

STAND