Tarifstreit im Verkehrsgewerbe Busfahrerstreik - weitere Aktionen angekündigt

Ein Ende des Tarifstreits im Verkehrsgewerbe ist nicht abzusehen. Bis Freitagmitternacht hatten rund 750 Busfahrer und Busfahrerinnen ihre Arbeit niedergelegt. Verdi kündigte weitere Aktionen an.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Der Protestmarsch am Montag soll vorm Wirtschaftsministerium in Mainz enden. Der Verdi-Landesfachbereichsleiter Jürgen Jung sagte außerdem, weitere Streiks seien nicht auszuschließen.

Die hohe Beteiligung habe ihn selbst überrascht, sie würde jedoch den Unmut der Mitarbeiter verdeutlichen. Der Geschäftsführer der Vereinigung der Arbeitgeberverbände Verkehrsgewerbe Rheinland-Pfalz (VAV), Heiko Nagel, zeigte sich verärgert über die Situation. Man habe Verdi im Dezember letzten Jahres ein "mehr als lukratives" Angebot vorgelegt. Dieses sei von der Gewerkschaft "einfach vom Tisch gefegt worden". Man bedaure, dass die Verhandlungen ohne neuen Termin unterbrochen wurden.

Vor allem der Überlandverkehr war am Freitag erheblich eingeschränkt. Betroffen waren alle Standorte des Unternehmens DB Regio Bus Rhein-Mosel und Niederlassungen von DB Regio Bus Mitte.

Vor allem Lautern, Kusel, Worms und Zweibrücken betroffen

Der Streik traf vor allem Pendler und Schüler in Kaiserslautern, Kusel, Worms und Zweibrücken. Hier entfielen alle Busse der DB Regio Bus Mitte, wie ein Sprecher mitteilte. Nicht betroffen waren Homburg, Bad Bergzabern und Speyer. Auch in Ingelheim und Bacharach seien Linien bestreikt worden. In den Landkreisen Östliche Vulkaneifel und Ahrtal sollten alle Busse der DB Regio Bus Rhein-Mosel im Depot bleiben.

Mainzer Stadtverkehr eingeschränkt

In Mainz fahren die Busse von DB Regio teilweise auf Linien des Stadtverkehrs. Rund zehn Prozent der Linienfahrten der Mainzer Mobilität würden von Subunternehmen durchgeführt, teilte ein Sprecher der Mainzer Stadtwerke mit. Im Laufe des Tages waren elf Linien im Stadtgebiet betroffen. Auch Fahrten von Nachtlinien drohten auszufallen.

Verhandlungen betreffen nicht nur Busfahrer

Die Tarifverhandlungen für das Verkehrsgewerbe laufen schon seit längerer Zeit, 15 Verhandlungsrunden sind Verdi zufolge schon zustandegekommen. Ein akzeptables Angebot der Arbeitgeberseite liege aber nicht vor, so die Gewerkschaft. Diese fordert unter anderem eine Bezahlung unfreiwilliger Pausen zwischen den Fahrten für die mehr als 9.000 Beschäftigten privater Busunternehmen.

Zudem wollen die Gewerkschafter ein 13. Monatsgehalt, mehr Urlaubsgeld und höhere Zuschläge für Nacht- und Feiertags- und Wochenendarbeit durchsetzen. Neben privaten Busunternehmen betreffen die Verhandlungen auch Speditionen, Logistikunternehmen sowie Kurier-, Express- und Postdienstleister.

Dauer
STAND