AfD-Landeschef Uwe Junge im SWR Aktuell-Sommerinterview (Foto: SWR)

Sommerinterview mit dem AfD-Landeschef Junge: AfD keine Höcke-Partei

Der rheinland-pfälzische AfD-Chef Junge rechnet nicht damit, dass der Richtungsstreit innerhalb der AfD zur Spaltung der Partei führt. Das sagte er im SWR Aktuell-Sommerinterview.

Gemeint ist der Richtungsstreit zwischen den bürgerlich-konservativen Mitgliedern und dem völkisch-nationalen Flügel um Björn Höcke. Junge und mehr als 100 weitere Mitglieder und Funktionäre der AfD hatten in dieser Woche einen Appell unterzeichnet, in dem sie Höcke und den "Personenkult" um ihn scharf kritisieren.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Auf die Frage, wer in der Partei die Macht habe, sagte Junge: "Die Macht in der Partei haben die Mitglieder. Und das muss klar und deutlich werden und das haben wir auch mit diesem Appell, glaube ich, noch mal deutlich gemacht. Die AfD ist keine Höcke-Partei, und der Flügel ist keine bestimmende Größe innerhalb der Partei. Am Ende entscheiden die Mitglieder." Das müsse auf Parteitagen entschieden werden und nicht auf Sondertreffen oder anderen Gelegenheiten, so Junge.

Streit um Parteiausschluss von Ahnemüller für Junge noch offen

Junge will sich im Streit um den Parteiausschluss des AfD-Mitglieds Jens Ahnemüller noch nicht geschlagen geben. "Wenn Schiedsgerichte entscheiden, hat man das zunächst mal zu respektieren und zu akzeptieren. Aber wir werden uns dagegen wehren. Wir gehen weiter - völlig entspannt und emotionsfrei werden wir dieser Sache weiter nachgehen. Und ich bin sicher, dass Jens Ahnemüller irgendwann nicht mehr Mitglied der Partei sein wird." Das Landesschiedsgericht hatte den Parteiausschluss Ahnemüllers aus Mangel an Beweisen vor zwei Wochen abgewiesen.

Keine Festlegung bei politischer Zukunft

Angesprochen auf seine politische Zukunft und mögliche Ambitionen, für den Bundesvorstand zu kandidieren, sagte Junge im SWR Aktuell-Sommerinterview:

"Die Ambitionen gibt es immer - man wird ja auch gefragt und man muss sich dann irgendwann auch äußern und auch festlegen. Aber ich habe das wirklich in der Tat für nach der Sommerpause für mich festgelegt. Dann werde ich mit meinen Kollegen auf Bundes-, aber natürlich auch auf Landesebene die Dinge besprechen."

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