Grauer Himmel über Mainz (Foto: SWR)

Bilanz nach Gewittertief "Oriana" Kommunen in Rheinland-Pfalz melden viele Schäden

Die Gewitterfront, die am Donnerstag über Rheinland-Pfalz zog, hat teils mehr Schäden als zunächst erwartet verursacht. Nach Hitze und Unwetter rechnen die Meteorologen mit einem entspannten Wochenende.

Rund 160.000 Euro Gesamtschaden verursachte das Unwetter allein im Bereich des Polizeipräsidiums Rheinpfalz. Herabfallende Äste beschädigten in Ludwigshafen 40 Fahrzeuge. Ein Baum stürzte gegen ein Haus und beschädigte die Fassade und ein Fenster. Glassplitter verletzten eine 34-jährige Frau leicht.

In Ludwigshafen wurden Autos unter Ästen begraben (Foto: SWR)
In Ludwigshafen wurden Autos unter Ästen begraben

In Haßloch wurde wegen Sturmböen ein Zeltlager geräumt. Die Feuerwehr brachte 320 Jugendliche und 80 Betreuer in einen nahen Unterstand. Allgemein verursachte das Gewitter in der Pfalz nach Ansicht der Behörden mehr Schaden als zunächst vermutet.

Der Zugverkehr lief am Freitag nach den massiven Störungen vom Vortag in Rheinland-Pfalz wieder normal, wie die Bahn mitteilte. Am Frankfurter Flughafen war der Luftverkehr vorübergehend eingestellt worden.

Blitzeinschlag löst Dachstuhlbrand aus

Durch einen Blitzeinschlag war es in Ettringen in Kreis Mayen-Koblenz zu einem Dachstuhlbrand gekommen. Die Feuerwehr schätzt den Schaden am Mehrfamilienhaus auf rund 100.000 Euro. In Mayen drang Wasser in einen Supermarkt ein. Sturmböen ließen in Nentershausen im Westerwald einen Kran auf die Straße stürzen. In Dreikirch schlug ein Blitz in die Bahnschranke ein und legte sie lahm. Durch das Unwetter fiel im Bereich Zell in manchen Ortschaften für rund zwei Stunden der Strom aus.

Schäden in Neuwieder Innenstadt

Orkanartige Sturmböen sorgten in Neuwied für Schäden in der Innenstadt und in den Stadtteilen. Mehr als 200 Feuerwehrleute waren an rund 100 Einsatzstellen damit beschäftigt, die umgestürzten Bäume wegzuräumen.

Straßen an der Mosel überflutet

An der Mosel wurden nach Starkregen Straßen überflutet, so die Ortsdurchfahrt in Lieser. Dort musste die Straße gesperrt werden.

Bei Zeltingen-Rachtig und Bernkastel-Kues rutschte Geröll und Schlamm aus den Weinbergen und versperrte dort die Bundesstraße 53. Auch im Hunsrück bei Morbach wurden Bäume umgeknickt und behinderten den Verkehr.

Himmel über Rheinhessen (Foto: SWR)
Der Himmel über Rheinhessen am Freitag

Nach Hitze und Gewitter Entspannung angesagt

Mit viel Sonne und maximal 30 Grad steht Rheinland-Pfalz ein entspanntes Sommerwochenende bevor, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilte. Es bleibt trocken bei frischem Westwind. Vor allem am Samstag sollen die Höchsttemperaturen bei moderaten 26 Grad Celsius liegen.

Waldbrandgefahr weiter hoch

Eine Sprecherin des Umweltministeriums in Mainz appellierte an die Bürger, große Achtsamkeit walten zu lassen, um Waldbrände zu vermeiden. "Die Aussichten sind, dass es in nächster Zeit nicht viel regnen wird. Das Risiko ist also nur minimal gesunken", sagte sie. Auch nach Einschätzung des Waldbesitzerverbands Rheinland-Pfalz bleibt die Waldbrandgefahr hoch.

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