Hackerattacke in Krankenhäusern in RP (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Bildagentur-Online/Tetra-images)

Nach Hacker-Attacken Mehr Bundesmittel für IT-Sicherheit in Krankenhäusern gefordert

Nun soll der Bund ran. Nach den jüngsten Hacker-Attacken auf Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen in Rheinland-Pfalz will Gesundheitsministerin Bätzing-Lichtenthäler mehr finanzielle Hilfe aus Berlin.

Bei einem Treffen mit Vertretern von Krankenhäusern und IT-Experten forderte die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), es müsse ein Sofortprogramm für kleine Krankenhäuser geben.

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Das Sofortprogramm Bund zur IT-Sicherheit müsse anders als bislang auch Krankenhäusern mit weniger als 30.000 Behandlungsfällen zu Gute kommen und daher finanziell aufgestockt werden. Eine Summe nannte die Ministerin aber nicht. Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, hält für IT-Investitionen eine Milliarde Euro jährlich für notwendig.

Große Kliniken können bereits heute über den Krankenhaus-Strukturfonds des Bundes Geld bekommen, um sich gegen Hacker-Attacken auf Infrastruktur und Patientendaten zu schützen.

Konzept für IT-Sicherheit beauftragt

Dafür will sich Bätzing-Lichtenthäler bei den anderen Ministern in Bund und Ländern einsetzen. Außerdem soll eine Arbeitsgruppe von Medizin- und Computerexperten bis Ende des Jahres Handlungsempfehlungen zur IT-Sicherheit in allen rheinland-pfälzischen Kliniken erarbeiten.

Hintergrund des Treffens im Sozialministerium ist der Angriff auf das Computernetzwerk eines DRK-Krankenhausverbundes in Neuwied im Juli. Dieser hatte in rund 20 Einrichtungen die Computer lahmgelegt. Betroffen waren elf Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie vier Altenheime und drei medizinische Versorgungszentren. Die Krankenhäuser konnten stundenlang nicht von Rettungswagen angefahren werden.

Tagelange Folgen durch Hacker-Attacke

Auch die Aufnahme von Patienten und das Dokumentieren von Untersuchungen waren tagelang eingeschränkt. Ein Trojaner hatte Server und Datenbanken verschlüsselt. Die Krankenhäuser hatten daher für die Patientenaufnahme auf Papier und Stift zurückgegriffen. Der Landesdatenschutzbeauftragte Dieter Kugelmann forderte nach der Cyber-Attacke Konsequenzen.

Cyber-Angriff war bundesweit einmalig

Kugelmann spricht zudem von dem bisher größten Angriff dieser Art in Rheinland-Pfalz. Auch deutschlandweit ist der Fall einmalig. Opfer des Hacker-Angriffs waren unter anderem die DRK-Krankenhäuser in Bad Neuenahr, Altenkirchen, Neuwied oder Alzey. Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wegen Computersabotage und versuchter Erpressung.

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