Infozettel Weißer Ring  (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Tag der Kriminalitätsopfer "Weißer Ring" gibt rund 580 Opfern finanzielle Hilfe

Etwa 9.000 Stunden lang haben Ehrenamtliche des "Weißen Rings" im vergangenen Jahr Kriminalitätsopfern aus Rheinland-Pfalz zugehört und sie beraten. Finanzielle Hifen gab es für rund 580 Menschen.

Insgesamt seien den Opfern 278.000 Euro zur Verfügung gestellt worden, teilte die Hilfsorganisation am bundesweiten Tag der Kriminalitätsopfer mit - beispielsweise für Beratungskosten für Anwälte oder Psychologen. Außerdem hätten viele Opfer Soforthilfen ausgezahlt bekommen, pro Person bis zu 300 Euro. Etwa wenn eine ältere Frau bestohlen worden sei und Geld benötigte.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Von den finanziell unterstützten Opfern im Land waren allein 233 von Körperverletzungsdelikten betroffen, 163 von Sexualstraftaten. Oft schaue die Öffentlichkeit nach Kapitalverbrechen vor allem auf die Täter, die Opfer blieben häufig mit ihren Problemen alleine, sagte der Landesvorsitzende Werner Keggenhoff.

"Straftäter suchen schwache Opfer"

Dieses Jahr stehen Senioren im Fokus des seit 1991 existierenden Tages der Kriminalitätsopfer. Das Motto lautet "Ohne Furcht im Alter - damit Sie nicht Opfer werden". Straftäter suchten sich aus ihrer Sicht mutmaßlich schwache Opfer aus, so Keggenhoff. Deshalb informiere der "Weiße Ring" über aktuelle Betrugsmaschen wie falsche Polizisten, Betrug an der Haustür oder unseriöse Gewinnversprechen.

Innenminister Roger Lewentz (SPD) lobte die enge Zusammenarbeit zwischen Polizei und "Weißem Ring". Viele aktive und ehemalige Polizisten engagierten sich ehrenamtlich für den gemeinnützigen Verein. Wenn möglich, müssten Polizisten dafür auch mal vom Dienst freigestellt werden oder Sonderurlaub erhalten.

Lewentz sagte, auch Menschen mit Migrationshintergrund, die Opfer von Straftaten geworden sind, müssten in den Blick genommen werden. Sie hätten etwa mit Sprachbarrieren zu kämpfen, seien teils noch hilfloser.

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