Euroscheine fliegen aus einem Fenster heraus. (Foto: Getty Images)

Studie der Hans-Böckler-Stiftung Große Einkommensunterschiede in Rheinland-Pfalz

Wo wohnen die Menschen mit den höchsten verfügbaren Einkommen privater Haushalte? Die Studie einer Stiftung zeigt: In Rheinland-Pfalz gibt es Unterschiede von bis zu 7.000 Euro zwischen den Kreisen.

Oft liegen die Landkreise dicht beieinander, kaum 35 Kilometer trennen Bad Dürkheim und Kaiserslautern. Doch die Einkommensunterschiede sind groß: In Bad Dürkheim liegt das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte pro Kopf bei 25.615 Euro, in Kaiserslautern bei 18.796 Euro. Für die Studie hat die Hans-Böckler-Stiftung bundesweit verglichen, wie viel den Menschen nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben von ihrem Einkommen bleibt.

Damit liegt Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz an der Spitze, dicht gefolgt vom Rhein-Pfalz-Kreis (25.441 Euro), dem Kreis Mainz-Bingen und Neustadt an der Weinstraße (25.391 Euro). Diese Regionen liegen laut der Studie über dem Bundesdurchschnitt von 23.300 Euro.

Doch es liegen auch einige Städte unter dem Bundesdurchschnitt: Neben Kaiserslautern gehören Pirmasens (19.649 Euro) und Trier (19.857 Euro) zu den Schlusslichtern. Im benachbarten Trier-Saarburg und Bernkastel-Wittlich liegt das Pro-Kopf-Einkommen bei etwa 22.500 Euro.

Im Norden sind die Einkommen niedriger

Auch im Norden von Rheinland-Pfalz haben Privathaushalte weniger Geld zur Verfügung als im Bundesdurchschnitt. Am niedrigsten ist das Einkommen im Kreis Altenkirchen, dicht gefolgt vom Kreis Vulkaneifel und dem Eifelkreis Bitburg-Prüm. Im Kreis Altenkirchen hat eine Person im Schnitt knapp 21.200 Euro im Jahr zur Verfügung. Dies sind 2.000 Euro weniger als im Bundesdurchschnitt. Der einzige Kreis in der nördlichen Region, in dem das Pro-Kopf- Einkommen über dem Bundesdurchschnitt liegt, ist der Westerwaldkreis - direkt angrenzend an den Kreis Altenkirchen.

Im Westerwaldkreis hat eine Person mehr als 24.000 Euro jährlich zur Verfügung. Dort, sowie im Rhein-Hunsrück-Kreis, ist das verfügbare Einkommen seit dem Jahr 2000 auch besonders stark gestiegen - um rund 18 beziehungsweise rund 23 Prozent. In Koblenz ist das Pro-Kopf- Einkommen dagegen nur schwach gestiegen - und zwar um zwei Prozent.

In Gelsenkirchen halb so viel wie in Starnberg

Über das höchste Pro-Kopf-Einkommen in der Bundesrepublik können sich die privaten Haushalte im Kreis Starnberg mit 34.987 Euro freuen. An zweiter Stelle folgt mit einem beachtlichen Abstand von mehr als 2.500 Euro die Stadt Heilbronn, wo das entsprechende Jahreseinkommen 32.366 Euro beträgt. Die Privathaushalte im Hochtaunuskreis verfügen über 31.612 Euro. Wenngleich die Vergleichbarkeit unter anderem durch steuerlich bedingte Preisunterschiede eingeschränkt ist, übersteigen die Einkommen in den drei Kreisen das von Eurostat ausgewiesene Pro-Kopf-Einkommen des wohlhabenden Nachbarlands Luxemburg (30.600 Euro).

In einigen Kreisen betragen die Pro-Kopf-Einkommen hingegen weniger als die Hälfte dessen, was die privaten Haushalte im vermögenden Starnberg zur Verfügung haben. Dies betrifft die Stadt Frankfurt an der Oder (17.381 Euro), den Landkreis Vorpommern-Greifswald (17.303 Euro), Halle an der Saale (17.218 Euro), Duisburg (16.881 Euro) und das Schlusslicht der Verteilung, Gelsenkirchen (16.203 Euro).

Auffällig ist zudem, dass die Ost-West-Spaltung bei den Einkommen fortbesteht. Im Osten erreichen nur sechs der 77 Kreise die Marke von 20.000 Euro pro Kopf, während im Westen nur 40 der 324 westdeutschen Kreise ein niedrigeres Einkommen aufweisen.

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