Solaranlage (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Strom aus Solarenergie Neue Förderung für Batteriespeicher in Rheinland-Pfalz

Überschüssigen Strom aus der Solaranlage sichern - das kann ein Batteriespeicher. Nachdem eine bundesweite Förderung dafür ausgelaufen ist, will jetzt das Land einen Zuschuss zahlen.

Wer mit der eigenen Solaranlage auf dem Dach Strom erzeugt, braucht die Energie daraus nicht immer sofort. Damit sie auch abends, nachts oder bei schlechtem Wetter verfügbar ist, verwendet man für den Solarstrom einen lokal eingebauten Batteriespeicher.

Hohe Kosten für Anschaffung

Die Anschaffung ist jedoch mit hohen Kosten verbunden: Die Energieagentur Rheinland-Pfalz schätzte die Anschaffungskosten für einen Solarspeicher 2018 in einem Einfamilienhaus auf 6.000 bis 15.000 Euro. Dazu kommen die Kosten für die Installation und Wartung der eigentlichen Solaranlage.

Bisher wurde die Anschaffung eines Speichers in Rheinland-Pfalz nicht gefördert. Seit ein bundesweites Programm der Kreditanstalt für Wiederaufbau Ende 2018 ausgelaufen war, gab es im Land damit keine Möglichkeit zur Förderung mehr. Noch in diesem Jahr soll aber ein landesweites Programm in Kraft treten.

Staatssekretär Thomas Griese (Grüne) (Foto: SWR)
Für Staatssekretär Thomas Griese (Grüne) ist dezentrale Stromversorgung wichtig für die Energiewende

Förderprogramm für 2019 und 2020

"Das Förderprogramm wird im Moment ausgearbeitet", kündigt Staatssekretär Thomas Griese (Grüne) dem landespoltischen Magazin Zur Sache Rheinland-Pfalz an. Es handele sich um ein Förderprogramm für Solarspeicher in einem Umfang von 1,5 Millionen Euro für 2019 und 2020 und sei gedacht für private und kommunale Speicher. Dabei werde es sich um einen Zuschuss handeln, der in etwa das abdecken soll, was vorher durch die Bundesförderung möglich gewesen sei, sagt Griese.

Die Förderung war bereits im Dezember vom Landtag beschlossen worden. Sie werde noch mit dem Landesrechnungshof abgestimmt.

Professor Martin Pudlik, Professor für Regenerative Energiewirtschaft an der Hochschule Bingen (Foto: SWR)
Martin Pudlik will, dass statt reiner Technologie neue Funktionen der Batterien gefördert werden

Experte empfiehlt Förderung neuer Funktionen

"Grundsätzlich ist so eine Förderung sinnvoll", sagt Experte Martin Pudlik gegenüber Zur Sache Rheinland-Pfalz. Der Professor für Regenerative Energiewirtschaft an der Hochschule Bingen empfiehlt, neue Funktionen der Batterien zu fördern statt der reinen Speicherung. Als Beispiel nennt er Batterien, die das Verteilnetz aktiv entlasten würden. "Wenn dort noch Gestaltungsspielraum bestünde, würde ich diese Förderung erweitern", so Pudlik.

STAND