Stillgelegte Routen in Rheinland-Pfalz Studie: Neun Bahnstrecken könnten reaktiviert werden

In Rheinland-Pfalz könnten neun Bahnstrecken mit einer Gesamtlänge von rund 212 Kilometern reaktiviert werden. Das geht aus einer Studie des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und der Allianz pro Schiene hervor.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Dabei handelt es sich um folgende Strecken:

  • "Westrecke" bei Trier
  • Aartalbahn südlich von Diez
  • Homburg - Zweibrücken
  • Langenlonsheim - Simmern - Büchenbeuren - Flughafen Hahn
  • Koblenz - Siershahn
  • Kaisersesch - Ulmen - Daun - Gerolstein
  • Worms - Monsheim - Langmeil -Kaiserslautern
  • Saarbrücken - Neubrücke - Birkenfeld
  • Remagen - Ahrbrücke - Adenau

Bei den drei erstgenannten Strecken hat die rheinland-pfälzische Landesregierung im Koalitionsvertrag 2016 angekündigt, sich für eine "zügige Reaktivierung" einsetzen zu wollen. So könnten bestehende Verkehrswege entlastet werden, hieß es.

Mehrere Regionen sind bisher vom Nahverkehr unterversorgt. Diese könnten durch die Reaktivierung von Bahnstrecken erschlossen werden. Das sind beispielsweise die Strecken von Langenlonsheim bis zum Flughafen Hahn, von Koblenz nach Siershahn und von Kaisersesch nach Ulmen.

Wormser OB Kissel begrüßt Vorschläge

Strecken wie von Worms über Monsheim und Langmeil nach Kaiserslautern sollen aufkommensstarke Räume verbinden. Der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel (SPD) unterstützt die Empfehlung. Sollte sie tatsächlich umgesetzt werden, wäre das laut Kissel ein "Riesenschritt" für den Großraum Worms. Gleichzeitig würde damit auch die B47, die Worms und Monsheim verbindet, deutlich entlastet.

In den vergangenen Jahren wurden Teile dieser Bahnstrecke lediglich an Sonn- und Feiertagen als Ausflugsverkehr genutzt. Vor zwei Jahren wurde der Verkehr komplett eingestellt.

Studie: Stilllegungen widersprachen öffentlichem Interesse

Mit einer Reaktivierung der Strecke von Remagen nach Ahrbrück-Adenau könnte eine bestehende Linie erweitert werden. Die Entscheidungen zur Stilllegung von Strecken in der Vergangenheit seien häufig fragwürdig gewesen, heißt es in dem Papier. Gerade Stilllegungen vor der Bahnreform 1994 hätten häufig dem öffentlichen Interesse widersprochen.

Das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium hat sich bislang noch nicht zu den Forderungen geäußert.

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