Zwei Kinder spielen am Steg an einem Badesee (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Annette Riedl)

Spritpreise, Dürre, Hitzefrei Acht Fakten zum Sommeranfang

Pünktlich zum Sommeranfang steigen die Temperaturen. Ob an heißen Tagen gearbeitet werden muss, ob Spritpreise weiter steigen und was Schwimmbädern fehlt. Wir haben acht Fakten zusammengefasst.

1. Das Dürre-Problem hält an

Eigentlich haben die Rheinland-Pfälzer die vergangenen Wochen sehr regnerisch in Erinnerung. Doch laut Deutschem Wetterdienst (DWD) hat sich die Lage in Teilen des Landes nicht verbessert, eher verschärft. Im Süden von Rheinland-Pfalz sei es zwischen dem 1. Januar und dem 13. Juni 2019 noch trockener gewesen als im Vorjahr. Laut dem DWD-Regenradar fiel nur 50 bis 70 Prozent der Regenmenge des Vorjahreszeitraums.

2. Tanken erneut billiger

Autofahrer mussten im April tiefer in die Tasche greifen. Laut ADAC hatten die Kraftstoffpreise an den rheinland-pfälzischen Tankstellen zur der Zeit ihr bisheriges Jahreshoch erreicht. Für einen Liter Super-E10-Benzin musste ein Pkw-Fahrer im Durchschnitt 1,44 Euro zahlen - zum Vormonat ein Anstieg von rund neun Cent. Zum Sommer sollen die Kraftstoffpreise in Rheinland-Pfalz nicht weiter steigen. Laut ADAC sanken die Durchschnittspreise die vierte Woche in Folge. Die politischen Spannungen im Persischen Golf zeigten bislang keine negativen Auswirkungen, so die Einschätzung des ADAC. Auch die Sommerferien seien seit Jahren kein Thema mehr. Im letzten Jahr sorgte das Niedrigwasser für einen Preisanstieg.

3. Waldbrandgefahr in Rheinland-Pfalz steigt

In diesem Jahr gab es bereits im April die ersten Waldbrände im Land. Es hatte wochenlang zu wenig geregnet. Auch jetzt warnen Experten wieder vor Hitze, Dürre und Waldbrandgefahr. Laut Johann Georg Goldammer vom Global Fire Monitoring Center (GFMC) in Freiburg ist das gemäßigte Klima in Rheinland-Pfalz vorbei. Es sei ein Klima der Ausreißer und der Extreme. Neben vielen anderen Auswirkungen bedeutet das auch für Rheinland-Pfalz: Die Gefahr von Waldbränden steigt.

4. Achtung vor UV-Strahlen

Gebräunte Haut gilt immer noch als Schönheitsideal, obwohl Experten immer wieder vor der Gefahr von UV-Strahlen warnen. Doch gesunde Bräune existiert in der Realität nicht. Exzessives Sonnenbaden sollte man deshalb meiden. Denn aktuelle Zahlen zu Hautkrebserkrankungen aus dem Hautkrebsreport 2019 der Techniker Krankenkasse geben Anlass zur Sorge. Insbesondere die Rheinland-Pfälzer scheinen nur mangelhaft über die Gefahren aufgeklärt zu sein, denn zur Vorsorge geht nur eine Minderheit. Allein in Rheinland-Pfalz waren im Jahr 2017 9.907 gesetzlich Krankenversicherte vom schwarzen Hautkrebs betroffen.

5. Arbeiten an heißen Tagen

Viele Arbeitnehmer sind gezwungen bei 30 Grad und mehr zu arbeiten. Doch laut der Gewerkschaft IG Metall muss der Arbeitgeber bei Temperaturen über 26 Grad zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um die Arbeit erträglicher zu machen - vor allem bei schwerer körperlicher Arbeit oder Personen mit Arbeits- und Schutzbekleidung. Überschreitet die Lufttemperatur 35 Grad, ist laut IG Metall anzunehmen, dass in diesem Raum nicht mehr gearbeitet werden kann.

6. Hitzefrei an rheinland-pfälzischen Schulen

Fast haben es die Schüler aus Rheinland-Pfalz geschafft. Die Sommerferien sind schon greifbar nah. Doch bis dahin sind noch einige heiße Tage zu überbrücken. Die gute Nachricht: Hitzefrei gibt es immer noch. Die Aufsichts- und Dienstleistungsbehörde (ADD) bestätigte dem SWR, dass das Hitzefrei nicht abgeschafft ist. Seit den 1990er Jahren sei es so organisiert, dass die Schulleiter darüber entscheiden, wann der Unterricht wegen zu hoher Temperaturen entfällt. Das könne auch nur für einzelne Fächer wie Sport oder für einzelne Klassenräume beschlossen werden. Eine kritische Temperatur, ab der Hitzefrei erlaubt ist, gibt es dabei nach Angaben der ADD nicht. Die Entscheidung über Unterrichtsausfall wegen unzumutbarer Temperaturen darf unabhängig von der Schulform jeder Schulleiter nach seinem Ermessen treffen.

7. Schwimmbad-Betreiber haben Sorgen

Während die ersten Besucher ins Wasser hüpfen, fragen sich die rheinland-pfälzischen Schwimmbad-Betreiber immer noch, wie sie den Dienstplan besetzen sollen. Laut Landesverband Deutscher Schwimmmeister könnten 100 Stellen im Land sofort besetzt werden. Deswegen müssten manche Bäder sogar ihre Öffnungszeiten verkürzen - zum Beispiel im Raum Trier und in der Vorderpfalz. Grund für den Mangel sei laut Landesverband das mit 1.400 bis 1.500 Euro netto bezahlte Gehalt und die anspruchsvolle Ausbildung.

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8. Daumen hoch für rheinland-pfälzische Badeseen

Die Badesaison ist nicht nur in den Schwimmbädern eröffnet. Auch Badeseen sind eine abwechslungsreiche Abkühlung. Zumal die Wasserqualität in fast allen 70 rheinland-pfälzischen Badegewässern unbedenklich ist. Nur am Seehof Erlenbach in der Südpfalz und an der Krombachtalsperre im Westerwald wurde derzeit ein erhöhtes Aufkommen von Blaualgen beobachtet.

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