Der Wald in Rheinalnd-pfalz leidet sehr unter Dürre und Hitze, viele Bäume sind schon gestorben. Beim Waldgipfel in Berlin wird nach Lösungen gesucht (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Spitzentreffen von Politik, Wirtschaft und Verbänden Positive Reaktion aus Rheinland-Pfalz auf den Waldgipfel

Der Wald leidet unter Dürre und Hitze. Nun stellt der Bund ein Millionenpaket zur Wiederaufforstung in Aussicht. Das stößt auf Zustimmung im Land.

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Der Leiter der Landesforsten in Rheinland-Pfalz, Jens Jacob, bezeichnete die Ergebnisse des Waldgipfels im SWR als Meilenstein. Bei dem sogenannten Krisengipfel sei ein Maßnahmenpaket beschlossen worden, das nun nach und nach umgesetzt werden müsse.

Der Wald der Zukunft müsse ein Mischwald sein, um den Veränderungen durch den Klimawandel Stand zu halten, so Jacob. In Rheinland-Pfalz seien bereits jetzt 82 Prozent der Waldbestände gemischt. Das reiche aber noch nicht aus. Unter der Hitze und Trockenheit der beiden vergangenen Jahre habe der Wald sehr gelitten.

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Für das Umweltministerium in Mainz sind die Gipfel-Ergebnisse ein erster Schritt in die richtige Richtung. "Die vom Bund benannte Summe von 547 Millionen Euro - bezogen auf die kommenden vier Jahre - bedeuten jeweils 137 Millionen Euro pro Jahr für das gesamte Bundesgebiet", teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Das sei immer noch wenig, gemessen an den jüngst festgestellten Schadflächen von 180.000 Hektar in ganz Deutschland, aber es sei mehr als bisher. Es sei wichtig, dass die Mittel zügig bei den Waldbesitzern ankämen.

Bund hilft Wald mit mehr als 500 Millionen Euro

Angesichts der massiven Schäden durch Brände, Dürre und Schädlinge kündigte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) auf dem "Nationalen Waldgipfel" eine Millionenhilfe für die Wälder an. Allein vom Bund könnten in den nächsten vier Jahren 547 Millionen Euro zusätzlich fließen, sagte Klöckner. Dazu sollen noch weitere Hilfen kommen, die die Bundesländer zur Verfügung stellen, so dass insgesamt 800 Millionen Euro zur Verfügung stehen sollen.

Der Klimawandel hat den Wald nach Klöckners Worten schneller getroffen als erwartet. 180.000 Hektar geschädigte Fläche - mehr als 250.000 Fußballfelder - seien wieder zu bepflanzen. Beim Aufforsten seien Mischwälder mit einem breiten Spektrum heimischer, standortangepasster Baumarten bevorzugt zu fördern. Der Bund wolle nicht Schäden ersetzen, sondern bei der Klima-Anpassung helfen. Geschädigte Bäume müssten schnell herausgebracht werden, doch solle der Wald keinesfalls leergefegt werden. Totholz sei wichtig als Lebensraum und Nährstoffquelle.

Der Wald leidet unter Dürre und Hitze. Rheinland-Pfalz ist zu 42 Prozent mit Wald bedeckt, deshalb wurde der Waldgipfel in Berlin intensiv verfolgt. Geld, Personal, Aufforstung - so die Erwartungen im Land.

Der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrats, Georg Schirmbeck, nannte die 547 Millionen Euro des Bundes einen wesentlichen ersten Schritt. Für die Zukunft werde aber deutlich mehr Geld gebraucht.

Erwartungen der Waldbesitzer: Geld und Personal für den Wald

Rheinland-Pfalz ist zu 42 Prozent mit Wald bedeckt. Vor dem Krisengipfel in Berlin hatten Waldbesitzer im Land hohe Erwartungen formuliert:

Der Waldbesitzerverband für Rheinland-Pfalz forderte einen bewussteren Umgang mit dem Forst. "Der Wald ist nicht nur Opfer der Klimakatastrophe. Durch seine Fähigkeiten, CO2 in das Holz einzulagern, ist der bewirtschaftete Wald auch eine CO2-Senke", betonte Geschäftsführer Wolfgang Schuh. "Insofern erwarten die Waldbesitzer eine adäquate finanzielle Anerkennung dieser Leistung", sagte er.

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Ähnlich hatte sich der Pfälzerwald-Verein (PWV) geäußert. "Wir wünschen uns vom Waldgipfel, dass der Wald endlich die Lobby, eine bessere Personalausstattung und die finanziellen Mittel bekommt, die seiner Bedeutung für Klima, Mensch, Naturhaushalt und Erholungsfunktion gerecht werden", unterstrich der PWV-Vorsitzende, Martin Brandl.

Neue Baumarten erforschen

Der Leiter der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz (FAWF) im pfälzischen Trippstadt, Hans-Peter Ehrhart, hofft, dass der Gipfel auch die Forschung stärkt. Wichtig sei Personal, das langfristig Versuchsflächen für neue Baumarten betreut und auswerten könne. Allein im Land gibt es 500 dieser Fläche, wo als nächstes zum Beispiel die Flaumeiche, die Baumhasel und die Zeder getestet werden sollen. Außerdem solle die bundesweite Kooperation bei der Suche nach geeigneten Baumarten gefördert werden.

Die Kreisverwaltung Südwestpfalz forderte kurzfristige Maßnahmen und Hilfen, gerade im Bezug auf von Käfern verursachte Schäden. "Gleichzeitig muss längerfristig gedacht werden, und es müssen vermehrt Maßnahmen zur Wiederaufforstung betrieben werden", betonte Sprecher Thorsten Höh.

Aufforstung - großangelegt und dauerhaft

Gebraucht würden junge, bunte, wachsende Wälder, die noch robuster und klimastabiler seien. "Angesichts der sehr ernsten Lage stellt sich hier die Frage nach einem großangelegten und andauernden Aufforstungsprogramm mit standortangepassten Bäumen. Auch dafür werden neben der Expertise umfangreiche Mittel notwendig", sagte er.

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