Sommerinterview mit dem Landeschef der Linken Bülow: Immobilienkonzernen einen Riegel vorschieben

Der Landesvorsitzende der Linken, Jochen Bülow, fordert einen Wechsel in der Wohnungs- und Baupolitik. Es müsse darüber nachgedacht werden, ob man große Wohnungsbaukonzerne enteigne, sagte er im SWR Aktuell-Sommerinterview.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Bei der Diskussion um Enteignungen werde ein Popanz aufgebaut, sagte Bülow. Es gehe nicht um Besitzer einer Eigentumswohnung, sondern um Konzerne, die in großem Maßstab Wohnungen aufkaufen. Sie seien für die Steigerungen der Mieten verantwortlich. Diesen Konzernen müsse man einen Riegel vorschieben, weil sich immer mehr Menschen die Mieten nicht mehr leisten können.

Ein Teil der Kern-Klientel der Linken wählt AfD

Bülow räumte zudem ein, dass seine Partei bei der Europawahl weniger gut abgeschnitten habe als erhofft. Laut Wahlanalysen seien Arbeiter ein Teil der Kern-Klientel der Linken, wählten aber auch oft AfD.

Dazu sagte Bülow, seine Partei habe das Problem erkannt: "Wir werden uns aber trotzdem darüber Gedanken machen, warum Nationalismus, Chauvinismus, warum Fremdenfeindlichkeit bei unserer Klientel sich so stark verfangen".

Rechtsextremismus großes Problem

Zudem stellte Bülow beim Thema Rechtsextremismus fest, dass dieser ein großes Problem sei und nicht vergleichbar mit Linksextremismus: "Wir müssen schlicht die Scheidelinie da ziehen, wo es um Gewalt ja oder nein geht. Und Rechtsextremisten begehen Morde, Brandanschläge – wirklich massive Delikte. Das ist was völlig anderes, als wenn Sie an eine Wand irgendeine Parole sprühen. Und deswegen muss man da hinter die Kulissen gucken."

Wieder Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2021?

Bülow sprach sich auch für kostenlose Tickets im öffentlichen Nahverkehr aus. Dies sei eine Frage der Finanzierung, darauf müssten seriöse Antworten gefunden werden, sagte er.

Die Frage, ob er bei der nächsten Landtagswahl 2021 wieder als Spitzenkandidat der rheinland-pfälzischen Linken antreten wolle, ließ Bülow offen. Er verspricht eine Entscheidung bis Ende des Jahres.  

STAND