Bilder vom Unwetter in Herrstein (Foto: picture-alliance / dpa)

Aufräumarbeiten nach Unwettern in Herrstein Dreyer kündigt Hilfe für Unwettergeschädigte an

Die Aufräumarbeiten nach dem Unwetter in der Verbandsgemeinde Herrstein werden noch Tage dauern. Ministerpräsidentin Dreyer und Landrat Schneider sagten Hilfe zu.

Malu Dreyer (SPD) sagte am Montagnachmittag, sie wolle sich für unbürokratische Hilfe für die Betroffenen einsetzen. Es müsse aber erst geprüft werden, welche Schäden genau vorlägen und welche zum Beispiel nicht über private Versicherungen abgedeckt seien.

Dreyer sagte: "Wir sind sehr von der Wucht betroffen, mit der das Unwetter Herrstein, das benachbarte Fischbach und auch einige andere Kommunen in Rheinland-Pfalz überrollt hat." Feuerwehren, Hilfswerke und Rettungskräfte hätten ihr Menschenmöglichstes gegeben. Ihnen gebühre größter Dank.

Malu Dreyer, Uwe Weber und Ulrike Höfken (v.l.) (Foto: SWR)
Malu Dreyer, Uwe Weber und Ulrike Höfken (v.l.)

Gemeinsam mit Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) und dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Herrstein, Uwe Weber (SPD), machte sich die Ministerpräsidentin ein Bild der Lage in Herrstein.

Zuvor hatte bereits der Landrat des Kreises Birkenfeld, Matthias Schneider (CDU), Hilfe zugesagt. Die Kreisverwaltung wolle eine Lösung bieten, um ihnen schnell helfen zu können, sagte Schneider bei einem Besuch vor Ort. Außerdem habe die Kreisverwaltung ein Spendenkonto eingerichtet, das in den kommenden Tagen freigeschaltet werden solle.

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Fischbach tritt über die Ufer

Bei dem Unwetter am Sonntag war der Fischbach über die Ufer getreten und hatte hunderte Häuser geflutet. Besonders betroffen sind die Orte Herrstein und Fischbach. Etwa 50 Autos wurden durch das Hochwasser mitgerissen und beschädigt. Menschen wurden nicht verletzt. Für die Verbandsgemeinde gilt immer noch Katastrophenalarm. Dieser könne aber vermutlich bald aufgehoben werden, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Montagnachmittag.

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Einige Einwohner von Fischbach mussten wegen Einsturzgefahr ihre Häuser verlassen. Diese werden heute von Statikern überprüft. Das Unwetter hatte gestern Abend gegen 17 Uhr begonnen.

"Wir haben insgesamt einen mehrstelligen Millionenschaden."

Klaus Görg, Büroleiter der Verbandsgemeinde Herrstein

Etwa 600 bis 700 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Rettungsdienst waren am Sonntag und Montag im Einsatz.

Bis zu 160 Liter Regen pro Quadratmeter

Eine Wettermessstation in der Region registrierte dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge fast 150 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb von drei Stunden. Örtlich könnten es sogar in der Spitze um die 160 Liter gewesen sein, schätzte ein Meteorologe. "Das ist mehr als der übliche Monatsniederschlag."

Bilder Nach Unwetter: Das große Aufräumen hat begonnen

Bilder vom Unwetter in Herrstein (Foto: picture-alliance / dpa)
Der sonst so harmlose Fischbach hatte sich Sonntagabend in einen reißenden Fluss verwandelt und zahlreiche Autos mitgerissen. Bild in Detailansicht öffnen
In der gesamten Verbandsgemeinde Herrstein sollen etwa 50 Autos weggeschwemmt worden sein. Bild in Detailansicht öffnen
Schippen und Fegen. Noch immer stehen Wasser und Schlamm in vielen Häusern, auch wie hier in der Verbandsgemeinde-Verwaltung in Herrstein Bild in Detailansicht öffnen
Überall in den Straßen von Herrstein steht der Müll. Bild in Detailansicht öffnen
Viele Anwohner müssen schwere Schäden verkraften. Möbel und Hausrat sind nur noch Schrott. Bild in Detailansicht öffnen
Was nicht zerstört wurde, muss nun gereinigt werden. Bild in Detailansicht öffnen
Inzwischen ist der Fischbach wieder in sein ursprüngliches Bett zurückgekehrt. Bild in Detailansicht öffnen
Zahlreiche Häuser sind unbewohnbar und müssen von Statikern geprüft werden. Bild in Detailansicht öffnen

Volle Keller in Idar-Oberstein

Auch in Idar-Oberstein liefen laut Polizei dutzende Keller voll. Zuvor habe das Wasser Kanaldeckel hochgedrückt. Der DWD hatte zwischenzeitlich die höchste Warnstufe für Rheinland-Pfalz ausgerufen.

Überflutete Straßen in Kaiserslautern

In der Innenstadt von Kaiserslautern fielen nach Unwettern Ampeln aus. Gullydeckel seien hochgedrückt worden und Keller vollgelaufen, so die Polizei. Videos in sozialen Netzwerken zeigen überflutete Straßen. Verletzt wurde niemand.

Gesperrte Straßen in der Vulkaneifel

In der Eifel waren die Ortschaften um Daun besonders betroffen. Unter anderem die B257 musste wegen einer Gerölllawine gesperrt werden. Es hagelte so stark, dass die Körner bei Darscheid und Mehren zeitweise 20 Zentimeter hoch lagen. Etliche Keller liefen voll. Feuerwehr, Polizei und Straßenmeistereien der Gegend waren im Einsatz.

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