Ein Becken in einem Freibad (Foto: picture-alliance / dpa)

Statistik zu Schwimmbädern in Rheinland-Pfalz Ohne Sanierung müssen Bäder schließen

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Drei Schwimmbäder wurden in den vergangenen drei Jahren in Rheinland-Pfalz geschlossen. Der DLRG Landesverband warnt, es könnten noch mehr werden. Denn viele Bäder seien sanierungsbedürftig.

Insgesamt gibt es 248 Bäder im Land: 148 Freibäder und 69 Hallenbäder. Zusätzlich wurden Schulhallenbäder, Naturbäder, Erlebnisbäder und Kombibäder ermittelt. Einige Bäder wurden dabei in mehreren Kategorien gezählt.

Schwimmbäder in Rheinland-Pfalz
Gesamt248
Freibäder148
Hallenbäder69
Schulhallenbäder15
Naturbäder11
Kombibäder9
Erlebnisbäder1

Diese Zahlen gehen aus der Antwort des zuständigen Sportministeriums auf die kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Daniel Köbler (Grüne) hervor. Das Ministerium schrieb dafür alle Landkreise und kreisfreien Städte des Landes an und erstellte aus den Rückmeldungen die Übersicht. Das Ministerium weist darauf hin, dass die Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat. Der Bau und der Betrieb von Bädern liege grundsätzlich in kommunaler Zuständigkeit.

Auf der Karte sind Freibäder in hellem türkis eingefärbt, Hallenbäder in dunklem türkis. Kombibäder (hellblau), Naturbäder (dunkelblau) und Erlebnisbäder (lila) sind ebenfalls verzeichnet.

Vor allem ländlicher Raum betroffen

Von den letzten Schließungen von Schwimmbädern war vor allem der ländliche Raum betroffen: Nach den Angaben des Ministeriums wurden seit 2015 drei Bäder geschlossen. Dazu zählen das Freibad in Konz (Landkreis Trier-Saarburg), das Freibald in Alf (Landkreis Cochem-Zell) und das Hallenbad in Heimbach-Weis (Landkreis Neuwied).

Sechs neue Schwimmbäder geplant

Neue Bäder wurden nicht eröffnet. Es seien jedoch nach Kenntnis der Landesregierung sechs neue Schwimmbäder geplant. Dabei handele es sich um Hallenbäder in Koblenz, Bad Kreuznach, Bad Neuenahr, Simmern, Wittlich und Altenkirchen, die bestehende oder bereits geschlossene Bäder ersetzen sollen.

Schwimmer in einem Becken (Foto: picture-alliance / dpa)
Insgesamt zählt das Sportministerium 248 Bäder in Rheinland-Pfalz

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sieht die Situation der Schwimmbäder mit gemischten Gefühlen. "Es kommt immer darauf an, wo man hinschaut", sagt Sprecher Marco Vogt vom DLRG Landesverband Rheinland-Pfalz. In den Ballungszentren habe man mehr Bäder zur Verfügung, in der Fläche sei das Angebot dagegen spärlicher. "Und Rheinland-Pfalz ist eben ein Flächenland."

DLRG fordert mehr Schwimmbadsanierungen

Für ihn zählt vor allem die Zahl der Hallenbäder mit Sportbecken mit minimal 25 Metern Länge, in denen man ganzjährig trainieren und ausbilden könne. Teilweise sei es für Schulen auch problematisch, Schwimmunterricht anzubieten, weil das nächste Schwimmbad weit entfernt sei. Einige Ortsgruppen der DLRG hätten mangels Schwimmbad ebenfalls den Betrieb eingestellt, so der DLRG-Sprecher. Zusätzlich gehe der Trend immer mehr zu Spaß- statt Sportbädern.

"Wir sehen als DLRG, dass wir immer mehr Schwimmbäder haben, die zugemacht werden. Sanierungsstaus werden mit Schließung beendet", so DLRG-Sprecher Vogt. Ohne Sanierung sei ein Schwimmbad irgendwann nicht mehr komplett handlungsfähig, werde immer unrentabler und letztendlich geschlossen. "Und viele Bäder sind sanierungsbedürftig", betont Vogt.

35 Prozent der Grundschüler ohne Schwimmunterricht

Nach Angaben des Bildungsministeriums gab es im Schuljahr 2017/2018 an 335 der insgesamt 962 Grundschulen keinen Schwimmunterricht. Das sind mehr als ein Drittel aller Grundschulen. Die Zahlen beziehen sich auf eine Erhebung der Schulbehörde ADD. In mehr als 90 Prozent der Fälle waren fehlende Wasserzeiten und Badkapazitäten der Grund.

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