Feuerwehrmänner blicken auf ein verbranntes E-Bike (Foto: Imago, Jonas Walzberg)

So lässt sich ein Brand verhindern Wenn der Akku von E-Bikes Feuer fängt

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In Mainz ist der Akku eines E-Bikes in Flammen aufgegangen. Solche Brände kommen immer wieder vor. Was Radfahrer tun können, um so etwas zu verhindern, und warum Experten vor Panik warnen.

Brennende Akkus von E-Bikes haben immer wieder Brände in Rheinland-Pfalz ausgelöst - wie jetzt in Mainz, wo die Flammen auf ein Haus übergriffen. Glimpflicher verlief ein Brand im Sommer in Osann-Monzel an der Mosel. Da brannte der Akku eines E-Bikes in einem Carport. Die Feuerwehr konnte ein weiteres Übergreifen des Feuers verhindern. Vor knapp einem Jahr zerstörte ein Feuer eines Rad-Akkus die Küche in einer Wohnung im rheinhessischen Gimbsheim.

Dauer

Bundesweit für Schlagzeilen sorgte ein Fall aus Hannover: Eine halbe Million Euro Schaden richtete der Brand 2017 in einem Fahrradladen an. Die Flammen griffen auch noch auf ein Parkhaus über. Ein Autofahrer musste von der Feuerwehr gerettet werden.

So bewerten Experten das Brandrisiko

Sind also die Akkus eine grundsätzliche Gefahr? Dass sich ein E-Bike-Akku selbst entzündet und zu einem Brand führt, ist in Mainz laut Feuerwehr jetzt zum ersten Mal passiert. "Das haben wir bisher nicht erlebt", so ein Sprecher der Stadt.

"Bezogen auf die Menge der verbreiteten Geräte, die mit Akkus laufen, dann sind die Fälle sehr gering", sagt Ralf Diekmann vom TÜV Rheinland dem SWR. Die Akkutechnologie sei mittlerweile sehr ausgereift, dass kaum was passieren dürfte, wenn sie sorgfältig hergestellt seien.

Wichtig sei, sich an die Anweisungen der Hersteller zu halten, sagt René Filippek vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Er rät dazu, die Akkus in feuerfesten Bereichen und nicht unbeaufsichtigt zu laden. "Also, nicht über Nacht auf dem Sofa." Allerdings müsse jetzt auch nicht damit gerechnet werden, dass es ständig brenne.

Richtig kaufen

Immer neben einem ladenden Akku zu stehen, sei aber übertrieben, findet TÜV-Experte Diekmann. "Sie stehen auch nicht stundenlang neben der Waschmaschine. Das ist lebensfern." Verbraucher können aber auf ein paar Dinge achten.

Das beginne beim Kauf des Akkus. "Wenn ein Akku gut verarbeitet ist, muss man keine Angst haben", sagt Diekmann. Beim Kauf sollten Verbraucher auf sichere Quellen achten, also etwa auf bekannte Händler setzen. Der Akku sollte auch nicht komisch riechen, die Anleitung auf deutsch sein.

Wichtig sei vor allem, dass schon beim Kauf klar sei, an wen sich der Käufer wenden kann, wenn etwas mit der Ware nicht stimmt. Dabei sollte auch klar sein, wie die Reklamationsware zurück zum Verkäufer kommt.

Richtig laden

Auch sollten Originalteile genutzt werden. Denn verwendet der E-Bike-Besitzer die mitgelieferte Ladestation, aber einen anderen Akku, dann kann das laut Diekmann dazu führen, dass die Geräte nicht harmonieren. Im schlimmsten Fall werden die Akkus über- oder tiefentladen. Das kann den Akku zerstören oder auch zu Bränden führen.

Die Anleitungen und Bedienhinweise der Hersteller sollten genau gelesen und auch angewandt werden. Beim ersten Laden sollten Verbraucher Akku und Ladegerät beobachten. Verformt sich der Akku, wird er richtig heiß, dann besteht ein Mangel. Das Laden sollte sofort gestoppt werden und der Akku zum Händler gebracht werden, so Diekmann.

Ist der Akku mal hingefallen oder starken Erschütterungen ausgesetzt gewesen, dann sollte beim ersten Laden wieder genau hingeschaut werden. Verläuft das Laden anders als gewohnt - verformt sich der Akku etwa oder wird er besonders heiß - dann ist ein Schaden entstanden. Der Energiespeicher muss ausgetauscht werden.

Richtig lagern

Grundsätzlich müssten Akkus in ihrem "Wohlfühlbereich" gelagert werden, so Diekmann. Das sind bestimmte Temperaturen, die auf dem Gerät vermerkt sind. "Auf keinen Fall extremen Temperaturen aussetzen", sagt ADFC-Sprecher Filippek. Dabei immer auf die Angaben der Hersteller achten, die variieren können.

Für den Sommer rät Diekmann, dass die Energiespeicher nicht in der prallen Hitze stehen. Im Winter sollten sie trocken und nicht zu kalt gelagert werden. Denn niedrige Temperaturen könnten zu einer Tiefentladung führen. Dann ist der Akku kaputt.

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