Die Mainzer Jungunternehmerin Michaela Hagemann vor ihrem Laptop (Foto: SWR)

Serie: Starke Frauen im Südwesten Michaela Hagemann: Mit Babyöl zum Erfolg

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Junge Mutter, Ärztin und Unternehmerin: Michaela Hagemann gründet 2015, noch aus der Elternzeit heraus, ein Start-Up für Baby-Pflegeprodukte - und hat damit viel Erfolg.

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Es ist der Stoff aus dem Start-Up-Träume gemacht sind: Eine junge Mutter und angehende Kinderärztin steht vor dem Drogerie-Regal und findet kein einziges Babypflegeprodukt, dass ihr wirklich zusagt. Bei den Konventionellen stören sie die Inhaltsstoffe, bei denen aus Naturkosmetik letztlich der Geruch. „Die dufteten total nach Kräutertee“, erinnert sich Michaela Hagemann.

Das richtige Händchen zum Erfolg

Kurz entschlossen fasst Hagemann also 2015 einen Plan – und entwickelt selbst und auf eigene Faust eine Babypflege auf Mandelöl-Basis für ihre kleine Tochter. „Das Babyölprojekt“ nennt sie das Ganze. Abgekürzt als „das boep“ wird kurze Zeit später der Markenname daraus. Das Ergebnis überzeugt jedenfalls nicht nur sie und ihre kleine Tochter. Auch all die anderen jungen Mütter aus ihrem Geburtsvorbereitungskurs, die die ersten Testerinnen waren, finden das Ergebnis toll. Und sehr schnell finden sich noch ganz viele weitere Kunden. „Vom ersten Tag an, hatten wir Bestellungen aus ganz Deutschland“, so die Start-Up-Unternehmerin.

Abfüllanlage des Allgäuer Lohnherstellers von „das boep"-Pflegeprodukten (Foto: SWR)
Bei einem Unternehmen im Allgäu werden die Babyprodukte von „das boep" hergestellt und abgefüllt.

In mehr als 2.000 Drogeriemärkten in Deutschland, der Schweiz und Österreich bekommt man die Produkte von Michaela Hagemann heute. Auf elf verschiedene Babypflegeprodukte ist die Produkt-Familie inzwischen angewachsen. Hergestellt und abgefüllt werden sie von einem Naturkosmetikhersteller im Allgäu, weiterentwickelt und vertrieben von einem kleinen Team um Michaela Hagemann in Mainz.

Zwischen Windel wechseln und Medizin-Bücher wälzen

Turbulent sei der Start des Unternehmens gewesen, sagt die 29-Jährige heute. Immerhin ist sie in der Zwischenzeit auch noch einmal Mutter geworden. Und da ist auch noch ihre eigentliche Berufung: das Medizinstudium, inzwischen erfolgreich abgeschlossen. Nicht einfach, da immer die Balance zu halten, auch wenn ihr Mann sie bei der Kinderbetreuung – so gut es eben geht – unterstützt.

Die Mainzer Jungunternehmerin Michaela Hagemann und ihr Team bei einer Besprechung (Foto: SWR)
Viele Frauen – und ein Mann: das Gründerteam der Mainzer Start-Up-Firma

Auch bei ihrem Team sollen Job und Familie zusammengehen. Acht Personen arbeiten für das Unternehmen – viele davon in Teilzeit. Mit Ausnahme von Bruder Tilman sind alle Frauen. Ein Start-Up fest in weiblicher Hand – immer noch ist das nicht selbstverständlich. Nur etwa ein Drittel der Unternehmen in Rheinland-Pfalz werden von Frauen gegründet.

Doch das Beispiel von Michaela Hagemann beweist, dass es geht: mit viel Fleiß, Gespür und Geschick, dem richtigen Timing und Organisationstalent – und mit Erfolg.

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