Schule schwänzen für den Klimaschutz? "Fridays for Future" politisch umstritten

Unter dem Motto "Fridays for Future" demonstrieren auch in Rheinland-Pfalz jeden Freitag Schüler für mehr Klimaschutz. Die Proteste finden während der Schulzeit statt - und sorgen deswegen für Diskussionen.

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Mainz, Koblenz, Landau: Nur einige der Städte, in denen sich in den letzten Wochen Proteste formierten. Einer der Schlachtrufe: "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut". Das Problem dabei ist jedoch, dass die Schüler während der Schulzeit demonstrieren. Die meisten sind dabei nicht entschuldigt, sondern riskieren unentschuldigte Fehlstunden.

Reaktionen aus der Politik zu "Fridays for Future"

Die Grünen unterstützen die Proteste. Auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sieht die Demonstrationen positiv. Dass die Schüler aktiv würden, sei absolut richtig und ein wirksames Zeichen, sagte Dreyer am Donnerstag bei einem Treffen mit mehreren Schülern.

Die Schule zu Schwänzen, um an der Demo teilzunehmen, sei zwar ein bewusster Tabubruch gewesen. Allerdings sei für Dreyer auch klar, dass die Proteste mit den Schulen abgesprochen sein sollten. Das sei in der Regel auch der Fall. Die AfD lehnt die Demonstrationen dagegen ab und will sie kommende Woche zum Thema im Bildungsausschuss des Landtags machen. Die Fraktion will die Landesregierung nach Strafen für das "Schulschwänzen" fragen.

Mehrere Hundert Schüler auf der Straße

Am Freitag gingen in Mainz zum zweiten Mal in diesem Jahr Schüler während der Unterrichtszeit auf die Straße, um für wirksamen Klimaschutz zu demonstrieren. Die Polizei sprach von 400 bis 500 Teilnehmern. "Wir bleiben dran und wenn es bis 2038 dauert", sagte der Mitveranstalter Maurice Conrad mit Blick auf das vereinbarte Datum für den Kohleausstieg in Deutschland. Die Teilnehmer der Protestbewegung fordern ein sofortiges Ende der Kohleverstromung.

Heute sei das Eintreten für Klimaschutz wichtiger als der Englischunterricht, sagte die 13-jährige Hannah. "Wenn die Erde keine Zukunft hat, gibt's auch kein Englisch mehr." Aus Worms kam die 17-jährige Leticia, mit einem selbstgestalteten Plakat, mit dem sie auf das gefährdete Überleben von Eisbären in der Arktis aufmerksam machen wollte. "Ich finde es schlimm, wenn Tiere unter unseren Fehlern leiden müssen", sagte die Schülerin.   

Schwedin Greta Thunberg als Vorbild

Bereits seit mehreren Wochen demonstrieren Schüler freitags weltweit für den Klimaschutz. Wie die Schülerbewegung auf ihrer Webseite mitteilt, versteht sie sich als "die letzte Generation, die den katastrophalen Klimawandel noch verhindern kann". Eine Sprecherin der Initiative "Fridays for Future" kündigte an, dass die Protestbewegung die Schulstreik-Aktionen auch in den kommenden Monaten fortsetzen werde.

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Die schwedische Schülerin und Klima-Aktivistin Greta Thunberg protestiert bereits seit Monaten freitags vor dem Stockholmer Parlament. Ihrem Beispiel folgen die streikenden Schüler in ganz Europa.

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