Vier Windkraftanlagen stehen auf einem Feld.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Andreas Arnold/dpa)

Schleppender Ausbau der Windenergie Rheinland-Pfalz sieht Schuld für Windkraftflaute beim Bund

Der Ausbau der Windkraft in Deutschland ist ins Stocken geraten. Schuld daran ist aus Sicht des rheinland-pfälzischen Energieministeriums die Große Koalition in Berlin.

Windkraftanlagen seien ein entscheidender Baustein beim Erreichen der Klimaziele, teilte das Energieministerium in Mainz mit. Behindert werde das aber durch unklare bundesgesetzliche Regelungen. Kritisch sei zum Beispiel die Diskussion um den Mindestabstand von Windrädern zu Wohnhäusern. Die Genehmigungsverfahren für Windräder seien ohnehin bereits lang, zudem gebe es viele Klagen.

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SPD schlägt "Windbürgergeld" vor

Der SPD-Fraktionsvize im Bundestag, Matthias Miersch, regte derweil an, Bürgern Geld zu zahlen, wenn sie Windräder in ihrer Nachbarschaft akzeptierten. Man müsse direkte finanzielle Anreize für die Menschen in solchen Gebieten schaffen, sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Eine Arbeitsgruppe von Bund und Ländern prüfe zurzeit mehrere Konzepte, um den Ausbau der Windkraft voranzubringen. Gleichzeitig müsse man das Planungsrecht reformieren, um langatmige Planungsprozesse zu verhindern.

Windkraftgegner sprechen von "Schmiergeld"

Bei überzeugten Windkraftgegnern stößt der SPD-Vorschlag für ein sogenanntes Windbürgergeld allerdings auf heftige Ablehnung. Eine finanzielle Belohnung für die Duldung von Windrädern zu versprechen, sei nichts anderes als Schmiergeld und eine schäbige Methode, sich Zustimmung für ein verlorenes Projekt zu erkaufen, so ein Vertreter des Bündnisses Einergiewende für Mensch und Natur im Rhein-Hunsrück-Kreis.

Ausbau der Windkraft eingebrochen

Im Oktober hatte eine rheinland-pfälzische Fachagentur bekanntgegeben, dass in Rheinland-Pfalz immer weniger Windkraft-Anlagen gebaut werden. Am 30. September standen laut Energieministerium 1.769 Windräder mit einer Gesamtleistung von 3.665 Megawatt in Rheinland-Pfalz. In den ersten drei Quartalen 2019 kamen nur 26 Anlagen mit insgesamt 86 Megawatt hinzu. "Das ist ein Einbruch des Zubaus um mehr als 70 Prozent im Vergleich zu 2014", hieß es.

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Windenergie deckt 30 Prozent des Bedarfs

Gegenwärtig hat die Windenergie nach Angaben des Ministeriums an der Bruttostromerzeugung in Rheinland-Pfalz einen Anteil von 28,6 Prozent. Das sind 59,6 Prozent der regenerativen Stromerzeugung. Bis 2050 soll Rheinland-Pfalz laut der rot-grün-gelben Landesregierung weitgehend klimaneutral sein, also unterm Strich keine klimaschädlichen Treibhausgase mehr ausstoßen.

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