Globaler Aktionstag für Klimaschutz Tausende bei "Fridays for Future"-Demos in Rheinland-Pfalz

Tausende Menschen im Land tragen seit dem Freitagmorgen ihre Kritik an der Klimapolitik der Bundesregierung auf die Straße. Rund 30 Städte im Land beteiligten sich - darunter erstmals auch kleinere Städte.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Zur "Fridays for Future"-Kundgebung in Mainz am Freitagmittag kamen laut Polizei 1.200 Menschen. Dem Demonstrationszug schlossen sich anschließend noch mehr Menschen an, so dass insgesamt etwa 2.500 Streikende auf den Straßen waren. Grundschulkinder trugen ein selbst gestaltetes Plakat mit der Frage: "Wie lange dauert unsere Zukunft?" Auch Wissenschaftler nahmen unter dem Motto "Scientists for Future" an der Demo teil.

Streik auch an der Mainzer Uni

Die Studenten der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz streiken schon seit Anfang dieser Woche: Unter dem Slogan "Public Climate School" öffneten die "Students for Future" die Universität für alle Teile der Gesellschaft.

Dauer

Fahrraddemo in Zweibrücken

In Zweibrücken fuhren die Streikenden auf Fahrrädern durch die Innenstadt. Die Organisatoren wollten mit der Fahrraddemo die Zweibrücker ermutigen, öfter mal Rad anstatt Auto zu fahren. Zum anderen wollten sie darauf hinweisen, dass es zu wenig Radwege in der Stadt gibt.

Am bundesweiten Klimaaktionstag beteiligten sich auch die pfälzische Landeskirche und das Bistum Speyer. Sie hatten unter anderem eine besondere Andacht entwickelt, die von anderen Gemeinden übernommen werden kann.

In Saarburg (Kreis Trier-Saarburg) fand am Freitag zum ersten Mal eine "Fridays for Future"-Demonstration statt - organisiert von einem 13-jährigen Schüler. Auch in Wittlich, Idar-Oberstein und Trier gingen die Menschen für den Klimaschutz auf die Straße. In Trier hatten Eltern deshalb Schulen aufgefordert, auf Prüfungen zu verzichten.

In Altenkirchen im Westerwald, wo ebenfalls zum ersten Mal eine Klima-Demo stattfand, hatten Schüler die Organisation in die Hand genommen. Sie hatten in den vergangenen Monaten bereits Mahnwachen und Workshops zum Thema Klimaschutz in ihrer Stadt organisiert.

"Health for Future" in Koblenz

Im Norden von Rheinland-Pfalz gab es unter anderem Aktionen in Andernach, Simmern und in Koblenz. Hier demonstrierten unter dem Motto "Fridays for Future" rund 900 Menschen für mehr Klimaschutz. Unter den Streikenden waren auch viele Erwachsene, beispielsweise Eltern und Großeltern, Firmen und die Gruppe "Health for future" mit Ärzten, Krankenschwestern und Medizin-Studenten. Er sehe beim Thema Klimawandel in erster Linie die Gesundheit der Menschen in Gefahr, so der Koblenzer Arzt Thomas Bernhard.

In Neuwied hatte sich eine Gruppe von Eltern und Großeltern zusammengetan. Sie wollen die jungen Menschen bei ihren Forderungen nach einer konsequenten Klima- und Umweltschutzpolitik unterstützen. Klima-Demos gab es auch in Speyer, Bad Kreuznach und Worms. In Landau gingen nach Angaben der Veranstalter rund 1.000 Menschen für mehr Klimaschutz auf die Straße.

Aktionen in 500 deutschen Städten

Laut Fridays for Future beteiligten sich am Freitag in Deutschland mehr als 500 Städte an den weltweiten Klimastreiks. An der größten Demonstration in Berlin beteiligten sich rund 60.000 Menschen. Zuletzt waren beim dritten "globalen Klimastreik" am 20. September nach Angaben der Bewegung in ganz Deutschland 1,4 Millionen Menschen auf die Straße gegangen. Anlass der neuen Proteste unter dem Motto #NeustartKlima ist die von Montag an beginnende Weltklimakonferenz in Madrid.

STAND