Mittelrheintal Bacharach (Foto: SWR)

Schutz für Landschaftsbild Richter verbieten Windräder im Oberen Mittelrheintal

In der Nähe des Unesco-Welterbegebietes Oberes Mittelrheintal dürfen keine Windenergieanlagen gebaut werden. Das Landschaftsbild würde dadurch verunstaltet, so das Koblenzer Gericht.

Die naturnahen Hänge und Höhenzüge entlang des Rheintals und seiner Seitentäler seien prägend für das dortige Landschaftsbild, erklärten die Richter des Verwaltungsgerichts Koblenz am Mittwoch (AZ: 4 K 748/17.KO). Windenergieanlagen würden sich darauf negativ auswirken.

Berufung vor Oberlandesgericht möglich

Das klagende Unternehmen aus der Windenergiebranche habe keinen Anspruch auf die Aufhebung des Ablehnungsbescheides durch den Rhein-Hunsrück-Kreis, erklärte das Gericht. Gegen die Entscheidung kann die Zulassung der Berufung durch das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz beantragt werden.

Das Windenergieunternehmen wollte den Angaben zufolge zunächst vier, später drei etwa 200 Meter hohe Windräder auf dem Gebiet der Stadt Boppard in der Gemarkung Weiler bauen. Die Standorte liegen zwar außerhalb der Kernzone des Welterbegebietes. Doch der zuständige Landkreis lehnte die Genehmigung für die Anlagen ab und verwies aufgrund der großen Nähe zum Weltkulturerbegebiet auf die Bedeutung des Landschaftsbildes und des Denkmalschutzes.

Richter folgen Studie

Eine vom Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal und dem rheinland-pfälzischen Kulturministerium in Auftrag gegebene Sichtachsenstudie spricht von einem sehr hohen Konfliktpotenzial und einer "erheblichen Beeinträchtigung des Landschaftsbildes durch eine technische Überprägung und die visuelle Dominanz der Anlagen", wie das Gericht erklärte.

Der Blick auf besondere, herausragende und landschaftsprägende Bauwerke wie beispielsweise Burgen, Burgruinen, Schlösser und historische Stadt- beziehungsweise Ortsansichten werde der Studie zufolge erheblich gestört. Das Unternehmen könne sich nicht auf eine "Vorbelastung" des Gebiets durch den Sendeturm Boppard-Fleckertshöhe berufen, erklärte das Gericht. Der Sendeturm sei mit 100 Metern deutlich niedriger und erheblich schlanker. Auch gebe es keine "visuelle Anziehungskraft" durch drehende Rotoren.

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