Die Steillage über Niedermoschel (Foto: SWR, SWR -)

Rheinland-pfälzische Winzer in Sorge Ab Freitag Strafzölle auf deutsche Weine

25 Prozent Strafzölle auf deutsche Weine - ab Freitag werden sie fällig. Die Winzer in Rheinland-Pfalz sind deswegen in großer Sorge.

Die Strafzölle treffen die Winzer an Mosel und Saar besonders hart. Denn in den dortigen Steillagen seien die Kosten für die Produktion so hoch, dass der Betrieb auf besondere Märkte wie den USA angewiesen sei, erklärte Winzer Florian Lauer in Ayl (Kreis Trier-Saarburg). "Wenn die neuen Zölle dauerhaft erhoben werden, können wir das vergessen."

Die vom Handelsministerium in Washington verhängte Zollerhöhung um 25 Prozent ist ab Freitag gültig. Hintergrund ist die Entscheidung der Welthandelsorganisation WTO. Danach dürfen die USA wegen unzulässiger Subventionen der EU für den Flugzeughersteller Airbus Strafzölle auf Importe im Volumen von 7,5 Milliarden Dollar erheben.

USA größter Weinabnehmer

Man gehe davon aus, dass die neuen Zölle einen spürbaren Schaden für die Weinexporteure verursachen werden, sagte Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut in Bodenheim bei Mainz. "Die USA sind Weinexportland Nummer eins für Deutschland, der Riesling steht dabei ganz oben." Im vergangenen Jahr wurden rund 171.000 Hektoliter Wein im Wert von 71 Millionen Euro in die USA ausgeführt. Dass deutsche, französische und spanische Weine, nicht aber Wein aus Italien, Griechenland oder Portugal von den Strafzöllen betroffen sind, sei wettbewerbsverzerrend.

Dauer

"Weine müssen für Subventionen in Flugzeugindustrie herhalten"

Der Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP), dem auch das Weingut Peter Lauer angehört, zeigt sich entsetzt, dass deutsche Weine als Revanche für "vermeintlich ungerechtfertigte Subventionen in der Flugzeugindustrie" herhalten müssten.

Am stärksten werde die Wirkung der Strafzölle im US-Einzelhandel zu spüren sein, erwartet der Geschäftsführer des Verbands der Rheinhessischen Weinkellereien, Albrecht Ehses. Man könne mit Preiserhöhungen von bis zu vier Dollar je Flasche rechnen.

Rheinhessen, Mosel-Saar-Ruwer und die Pfalz seien die drei Anbaugebiete mit den höchsten Weinexporten, erklärte Ehses. Entscheidend werde sein, wie lange die Strafzölle auf Wein bleiben werden. Noch gebe es bei den US-Importeuren größere Bestände, erklärt Büscher. Wenn diese aufgebraucht seien, werde die Wirkung der Strafzölle voll zum Tragen kommen.

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