Jemand nimmt sich ein gefülltes Weißweinglas von einem Tablett (Foto: picture-alliance / dpa)

Studie untersucht Lebensstil der Deutschen Rheinland-Pfälzer trinken maßvoll

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Die Menschen in Rheinland-Pfalz leben gesünder als viele andere Deutsche. Gerade ihr Umgang mit Wein und Co. ist vorbildlich, wie die Befragung einer privaten Krankenkasse zeigt.

Im Deutschlandvergleich ist der Anteil der Menschen mit einem mäßigen Alkoholkonsum in Rheinland-Pfalz am höchsten. 87 Prozent der Befragten trinken nicht über den Durst. "Die Rheinland-Pfälzer gehen sehr bewusst mit ihrem Wein um", sagte Sportwissenschaftler Ingo Froböse bei der Vorstellung der Studie am Montag. Als gesunden Konsum haben die Forscher definiert, wenn die Befragten angeben, dass sie gar keinen oder nur gelegentlich Alkohol trinken.

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Schlusslicht beim Wein- und Biertrinken ist das Nachbarland Hessen. Hier gaben nur 76 Prozent der Befragten an, dass sie Alkohol mäßig konsumieren. Deutschlandweit trinken 18 Prozent der Befragten zu viel.


Das ist das Ergebnis der repräsentativen Befragung "Wie gesund lebt Deutschland?" des Zentrums für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule Köln. Sie wurde im Auftrag des Privatversicherers DKV durchgeführt. Seit 2010 gibt es die Studie alle zwei Jahre. Abgefragt werden die körperliche Aktivität, die Ernährung, der Alkohol- und Tabakkonsum, der Umgang mit Stress und seit vier Jahren auch die Sitzzeiten.

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Rauchen nur in Maßen

Auch die zweite legale Droge, Tabak, konsumieren die Rheinland-Pfälzer nur in Maßen. Im Vergleich mit den anderen Bundesländern belegen sie Platz vier, 81 Prozent der Menschen sind hierzulande Nichtraucher. Am wenigsten wird in Hessen geraucht. Hier liegt der Anteil der Nichtraucher um einen Prozentpunkt höher.

Seit Jahren beobachten die Forscher, dass es immer weniger Raucher gibt. In ganz Deutschland griff 2010 noch jeder Vierte zur Zigarette, jetzt ist es nur noch jeder Fünfte.

Zu wenig Bewegung

Zwar leben zehn Prozent der Rheinland-Pfälzer in Bezug auf alle abgefragten Punkte gesund - also Ernährung, Alkohol, Rauchen, Stress und Bewegung. Das ist etwas mehr als der Durchschnittsdeutsche (9 Prozent). Doch gerade bei der Fitness sind die Menschen zwischen Mosel und Rhein faul. Nur 42 Prozent bewegen sich ausreichend, also mindestens 150 Minuten pro Woche. Damit gehören sie zu den Schlusslichtern im Bundesvergleich.


"Rheinland-Pfalz bewegt sich nicht so viel. Ich würde mir hier wünschen, dass wir mehr körperliche Aktivität haben", so Sportwissenschaftler Froböse. Gerade bei den Städten bestehe Nachholbedarf. Verkehrskonzepte müssten viel mehr auf körperliche Aktivität wie das Radfahren ausgerichtet sein.

In der vergangenen Woche forderten etwa die Grünen, dass das Land Radfahren stärker fördern müsse. Bis 2030 sollte jeder fünfte Rheinland-Pfälzer das Rad als Hauptverkehrsmittel nutzen.

Aber nicht in schlechter Gesellschaft, denn immer weniger Deutsche bewegen sich ausreichend, sagen die Forscher. 2010 hätten noch 60 Prozent der Befragten genug Sport getrieben und sich auch während der Arbeit bewegt. 2018 waren es nur noch 43 Prozent.

Allerdings handelt es sich bei den Antworten in der Befragung um Selbsteinschätzungen des eigenen Gesundheitsverhaltens, wie die Verfasser der Studie hervorheben.

Ein Mann trainiert in einem Fitnessstudio (Foto: picture-alliance / dpa)
Für viele ein Ausgleich vom Alltag: Das Training im Fitnessstudio


Schlecht auf die Gesundheit wirkt sich laut Forscher auch aus, dass viele Erwachsene zu lange sitzen. An Werktagen komme ein Erwachsener auf siebeneinhalb Stunden im Schnitt; die meiste Zeit (zwei Stunden) verbrächten die Menschen dabei vorm Fernseher. Auf der Arbeit säßen die Befragten im Schnitt 90 Minuten.

Dafür empfinden immer weniger Menschen ihren Alltag als stressig. Fast 60 Prozent gaben an, mit ihrem Stresslevel gut umgehen zu können. Knapp die Hälfte der Befragten (48 Prozent) ernährt sich gesund. Im Langzeitvergleich ist dieser Wert nahezu gleich geblieben.

Ältere fühlen sich häufiger einsam

Erstmals wurde in der Langzeitstudie auch abgefragt, ob sich Menschen einsam fühlen. Die Forscher konnten verschiedene Faktoren ausmachen, die dieses Gefühl beeinflussen. So seien vor allem ältere Menschen ab 66 Jahren, Personen mit weniger als 1.500 Euro Netto-Einkommen sowie Hausmänner- und frauen einsam.

Eine ältere Frau hält ihren Gehstock (Foto: picture-alliance / dpa)
Viele ältere Menschen fühlen sich einsam

Für die Studie wurden vom Meinungsforschungsinstitut GfK insgesamt 2.885 Menschen befragt. Pro Bundesland gab es mindestens 200 Befragte - außer in Bremen und im Saarland.

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