Kaugummi an einer Kirchenbank (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Probleme in Trier, Speyer und Worms Kirchen sauer über Kaugummis in Gotteshäusern

Kaugummis unter der Kirchenbank und der Beichtstuhl als Toilettenhäuschen: Kirchen in Rheinland-Pfalz klagen über Unachtsamkeit und Ignoranz beim Besuch von Gotteshäusern.

Die meisten Besucher wissen sich in Gotteshäusern zu benehmen, betonen Kirchen. Ärger bereiten die schwarzen Schafe. Deren klebrige Hinterlassenschaften sind oft schwer zu entfernen. "Das nimmt schon in gewisser Weise zu", sagt Raimund Haubrich von der Trierer Domverwaltung. Im Dom St. Peter kleben Kaugummis zwar selten an Bänken, dafür aber auf den Sandsteinböden von Deutschlands ältester Bischofskirche.

Dauer

Massive Probleme im Kreuzgang in Trier

Vor allem im Kreuzgang des 1.700 Jahre alten Bauwerks gebe es dadurch massive Probleme, sagt Haubrich. Bislang nutzt der Hausmeister des Doms vor allem Eisspray, um die klebrigen Punkte vom Boden kratzen zu können. Die Domverwaltung überlegt nun auch, mit einem Sandstrahler zu arbeiten, der etwa auch zum Einsatz kommt, wenn Graffiti entfernt werden. Allerdings werde durch das Bestrahlen der Stein heller. Ein ausgesprochenes Kaugummi-Verbot gibt es im Trierer Dom nicht.

Monatliche Reinigung in Speyer

Über Hinterlassenschaften klagt auch Speyer. "Im Dom zu Speyer tauchen immer wieder mal Kaugummis auf", sagt Dom-Kulturmanagerin Friederike Walter. "Jedes einzelne Kaugummi, das auf dem Boden landet oder an einer Bank klebt, ist erstmal eklig und ein Ärgernis, weil unschön und nur mit Aufwand zu entfernen", sagt Walter. Sie geht davon aus, dass die absolute Mehrheit ihre Kaugummis nicht bewusst auf den Boden spuckt, sondern dass diese versehentlich dort landen.

Eine der Reinigungskräfte habe sich auf diese Aufgabe spezialisiert und entferne die Klebreste, wenn eine entsprechende Anzahl zusammen sei - im Schnitt ein Mal im Monat. Rapide zugenommen habe die Verschmutzung in der romanischen Kathedrale zwar nicht. Ärgerlich aber bleibe sie.

Beichtstuhl als Toilettenhäuschen

Auch für den Wormser Dom gelte: Die allermeisten der etwa 400.000 Besucher im Jahr verhielten sich korrekt, sagt Propst Tobias Schäfer. "Aber natürlich gibt es immer wieder negative Erfahrungen. Das reicht von Kaugummis, die unter der Bank oder auf dem Sandsteinfußboden kleben, bis zu Graffiti, die auf der Altardecke mit dem Kugelschreiber hinterlassen werden", berichtet Schäfer. "Leider schon mehrfach mussten wir die Erfahrung machen, dass Menschen einen alten Beichtstuhl als Toilettenhäuschen missbrauchen."

Keine Probleme in Mainz

Der Mainzer Dom hat hingegen keine Probleme mit alten Kaugummis - weder auf den Böden, noch an den Kirchenbänken. Es gebe auch keine Präventionsmaßnahmen, etwa ein Verbot, sagt Domdekan Heinz Heckwolf.

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