Der Speyerer Dom  (Foto: Tourist-Information Speyer)

Predigten zur Auferstehung Christi Bischöfe mit nachdenklichen Tönen zu Ostern

In ihren Osterpredigten haben protestantische und katholische Geistliche zur Hoffnung ermuntert. Gleichzeitig wiesen die katholischen Bischöfe auf die Herausforderungen ihrer Kirche hin.

Dauer

Die Osternacht, die entweder am Abend des Karsamstags oder in den frühen Morgenstunden des Ostersonntags gefeiert wird, erinnert an die Auferstehung Christi.

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf warb darum, Jesus als Weggefährten anzunehmen. "Ich verlasse mich darauf, dass er lebt, dass er an meiner Seite ist, dass er mit mir geht. Dass ich neue Hoffnung bekomme, wenn ich mich alt und mutlos fühle. Ich habe dies in meiner Biografie manchmal erfahren", sagte Kohlgraf am Ostersonntag im Mainzer Dom. Gleichzeitig äußerte er die Sorge, dass immer mehr Menschen Jesus nicht mehr kennen, ihn aber scheinbar auch nicht mehr vermissten. Kohlgraf ermutigte Eltern, Kinder mit Gott in Berührung zu bringen.

Klimaschutzprotest ein Zeichen für Ostern

Um junge Menschen ging es auch dem Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung. Er bezeichnete die Demonstrationen von Schülern für mehr Klimaschutz als ein Zeichen für Ostern. Menschen bräuchten hoffnungsvolle Perspektiven für sich und diese Welt, sagte er in Darmstadt. "Ostern ist das Fest der Hoffnung, dass Gottes Schöpferkraft stärker ist als der Tod. Am Ende steht nicht der Tod, sondern ein Neuanfang voller Hoffnung auf Leben."

"Kirche in Stürme geraten"

Der Limburger Bischof Georg Bätzing erklärte, ihn koste es in diesem Jahr mehr Kraft als sonst, seinen Glauben an Ostern froh zu bekennen. "Die Stürme, in die wir als Kirche geraten sind, durch Versagen und persönliche Schuld, bleiben auch mir nicht in den Kleidern stecken." Er selbst spüre, dass die Kirche fragwürdig geworden sei, so der Bischof. Zugleich werde an Ostern aber deutlich, dass der auferstandene Christus den Glauben an Gott wecken wolle.

Der Bischof von Limburg, Georg Bätzing (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Der Bischof von Limburg, Georg Bätzing Picture Alliance

"Erdrutschartiger Verlust an Glaubwürdigkeit"

Der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann äußerte die Hoffnung, dass die katholische Kirche in Deutschland schnell Vertrauen und Glaubwürdigkeit zurückgewinnt. Es gebe derzeit einen "erdrutschartigen Verlust an Glaubwürdigkeit und Glauben". An Ostern aber könne die Hoffnung auf neue Aufbrüche wachsen.

Ostern zeigt für den Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche der Pfalz, Christian Schad, dass die Welt sich positiv verändern kann. Es gelte, auf Gott zu vertrauen, der sich einmische, Ungerechtigkeit wahrnehme und die Dinge zum Guten wende.

Zeit zum Innehalten

Das Osterfest lade auch zum Innehalten und Nachdenken ein, sagte der Trierer Bischof Stephan Ackermann. Mit den vielen biblischen Lesungen stehe der Osternachtgottesdienst durchaus im Widerspruch zu einer "auf Kürze und Prägnanz getrimmten" Zeit, die häufig auf Kurznachrichten setze, sagte der katholische Geistliche.

Stephan Ackermann (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Der Trierer Bischof Stephan Ackermann Picture Alliance

Präses gedenkt Opfer von Sri Lanka

Der rheinische Präses Manfred Rekowski rief nach den Anschläge auf Sri Lanka zu Gebeten für die Opfer auf. "Meine Gebete gelten den Opfern - wohl zumeist Christinnen und Christen - der Gewalt", schrieb der evangelische Geistliche auf seinem Präsesblog im Internet. "Ich bitte Gott um seinen Beistand und seinen Trost." Beim Ostergottesdienst am Sonntag, den Rekowski in einer Dorfkirche im nordrhein-westfälischen Gahlen hielt, wurde in Fürbitten der Opfer gedacht.

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