Bischof Karl-Heinz Wiesemann will persönlich mit Missbrauchsopfern aus seinem Bistum sprechen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Jens Schulze/epd Pool/dpa)

Katholische Bischöfe zu Pfingsten Wiesemann: Musik ist Geschenk des Heiligen Geistes

Mit großen Gottesdiensten haben die Katholiken am Sonntag Pfingsten gefeiert. In Speyer würdigte Bischof Wiesemann die Bedeutung von Musik und Sprache für die menschliche Gemeinschaft. Der Mainzer Bischof Kohlgraf ging auf die Forderungen der Aktion "Maria 2.0" ein.

"Es ist ein Geschenk des Heiligen Geistes, dass wir uns einander mitteilen und Gemeinschaft aufbauen können", sagte Bischof Karl-Heinz Wiesemann in seiner Predigt. Seinen schönsten Ausdruck finde der Heilige Geist in der universellen Sprache der Musik, die Menschen eine und verbinde. Auch beim beginnenden synodalen Weg der Kirche in Deutschland komme es auf die Stimmen aller an: "Pfingsten erinnert uns, dass auch im anderen der Heilige Geist wirkt und wir Glieder eines Leibes sind."

"Der Heilige Geist ist der Atem Gottes, der in jeden von uns hineingelegt ist. Gott ist nicht fern, sondern uns so innerlich wie unser eigener Atem. Das gilt es an Pfingsten neu zu entdecken", so Wiesemann.

Kohlgraf: Kirche steht am Anfang eines Aufbruchs

Der Mainzer katholische Bischof Peter Kohlgraf bezeichnete die Ausgießung des Heiligen Geistes als "Initialzündung". "Man hat nicht den Eindruck, dass den Jüngern etwas anderes übrig bleibt, als sich bewegen zu lassen", sagte Kohlgraf am Sonntag in seiner Predigt im Dom. "Sie spüren, dass da etwas Neues beginnt, eine neue Form von Gemeinschaft, eine andere, größere Art von Kirche als die, die sie machen, planen, organisieren können."

Auch heute befinde sich die Kirche am "Anfang eines Aufbruchs aus der Sicherheit des geschlossenen Raumes, der bekannten Gruppe, der Gemütlichkeit, die wir uns über die vergangenen Jahre und Jahrzehnte eingerichtet haben", sagte der Bischof. "Wir spüren vielleicht weniger das Wehen des Geistes, als die Notwendigkeit, auf die Zeichen der Zeit zu reagieren."

Forderungen von "Maria 2.0" ernst nehmen

Alle Getauften seien "Geistliche", nicht nur die sakramental geweihten Diakone, Priester und Bischöfe. Vor diesem Hintergrund rief Kohlgraf die Gläubigen auf, die Forderungen der Aktion "Maria 2.0", mit der sich insbesondere Katholikinnen zuletzt für die Öffnung der Weiheämter stark machten, ernst zu nehmen und es nicht bei Worten zu belassen.

Kohlgraf sagte, einander in den Blick zu nehmen, zu verstehen, Gemeinschaft zu bilden statt zu isolieren, sei der Weg aller Gemeinden.

An Pfingsten feiern die Christen das Fest des Heiligen Geistes, der auf die Apostel herabkam, als diese in Jerusalem versammelt waren. Der Heilige Geist ist nach kirchlicher Lehre in die Welt gesandt, um Person, Wort und Werk Jesu Christi in der Geschichte lebendig zu erhalten. Das Fest wird 50 Tage nach Ostern begangen - von daher lässt sich auch das Wort "Pfingsten" erklären: Es leitet sich von "pentekoste" ab, dem griechischen Begriff für "fünfzig".

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