Geldautomaten ohne Aufbruchspuren in Rheinland-Pfalz geknackt. (Foto: picture-alliance / dpa)

Polizei geht von Insiderwissen aus Geldautomaten ohne Aufbruchspuren geknackt

Sie sind nicht beschädigt und trotzdem fehlen Hunderttausende Euro. Zwei Mal sind in Rheinland-Pfalz Geldautomaten geknackt worden, ohne dass es Aufbruchspuren gibt.

Nach Angaben der Polizei fehlen in einem Bankautomaten im pfälzischen Lustadt 100.000 Euro. Gestohlen wurden sie wohl bereits am Freitag. Der Verlust war aber erst Anfang der Woche bemerkt worden, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte.

Wie können die Automaten geöffnet werden?

Um Geldautomaten zu öffnen, braucht man in der Regel einen Schlüssel und einen Code. Nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste werden diese Codes auch ständig verändert. Entweder könnten also Hacker am Werk gewesen sein oder vielleicht sogar Mitarbeiter des Geldtransportunternehmens selbst. Für die Polizei Rheinpfalz ist dieser Fall jedenfalls neu.

Dauer

Bisher wurden Geldautomaten von Bankräubern öfters gesprengt

Einen ähnlichen Fall hatte die Mainzer Polizei gemeldet. Dort sind ebenfalls am Freitag aus einem Automaten in der Nähe des Bahnhofs rund 100.000 Euro geklaut worden. Die Beamten gehen deshalb davon aus, dass der Täter Insiderwissen hatte. Vermutlich habe dieser zum Öffnen des Automaten einen Code oder Schlüssel benutzt. Die Polizei hofft auf Zeugen.

In den vergangenen Monaten hatte es eine Serie von Geldautomaten-Sprengungen in Rheinland-Pfalz gegeben. Dort war nicht nur die gestohlene Menge enorm, auch der Sachschaden lag meist bei mehreren Tausend Euro.

Aus diesem Geldautomat der VR-Bank in Lustadt entwendeten Unbekannte 100.000 Euro (Foto: SWR, Heiko Wirtz)
Aus diesem Geldautomat der VR-Bank in Lustadt entwendeten Unbekannte 100.000 Euro Heiko Wirtz

Ist das Geld der Kunden nun immer noch sicher?

Mit dieser Masche scheint es jetzt eine neue Dimension des Gelddiebstahls aus Automaten zu geben. Noch weiß die Polizei nicht, wer die Täter sind und vor allem wie sie vorgingen.

Die Geldinstitute wollen ihre Kunden beruhigen und verweisen auf ihre Versicherungen. Man sei gegen solche Fälle ausreichend versichert - egal ob Banküberfall, Sprengung eines Geldautomaten oder sonstige kriminelle Handlungen. Kein Kunde müsse Sorge haben, dass sein Geld jetzt in Gefahr sei, hieß es.

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