Beleidigungen erscheinen auf einem Smartphone (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Online-Umfrage des Jugendministeriums Rheinland-Pfalz befragt Jugendliche zu Mobbing

Wie stark leiden junge Menschen in Rheinland-Pfalz unter Mobbing? Das will die Landesregierung herausfinden und hat dazu eine Online-Befragung gestartet. Die Opposition hat Zweifel an der Studie.

Ziel sei es, die Lebenssituation junger Menschen besser einschätzen zu können, teilte das Jugendministerium mit. Bis zum 5. April sind Jugendliche zwischen 14 und 27 Jahren aufgerufen, über Erfahrungen von Mobbing und Ausgrenzung zu berichten. Die Teilnehmer würden etwa gefragt, ob sie schon einmal "blöd angemacht" oder "ausgeschlossen" worden seien. Die Umfrage diene der Vorbereitung des 3. Kinder- und Jugendberichts, der voraussichtlich im Frühjahr 2020 veröffentlicht werde.

Ministerium strebt "inklusive Gesellschaft" an

Der geplante Bericht stellt die Inklusion in den Mittelpunkt: "Es geht um eine Gesellschaftsordnung, in der alle Menschen dazu gehören und es normal ist, verschieden zu sein", erklärt das Ministerium den sonst häufig auf Menschen mit Behinderungen bezogenen Begriff. Der Bericht werde Erkenntnisse für die politische und fachliche Arbeit liefern, um die notwendigen Weichen für eine inklusive Gesellschaft zu stellen, sagt Jugendstaatssekretärin Christiane Rohleder (Grüne).

Große Mehrheit bei letzter Befragung optimistisch

Der 2. Kinder- und Jugendbericht hatte 2015 befunden, dass 72 Prozent der jungen Menschen im Land zuversichtlich in ihre Zukunft schauten. 20 Prozent wurden als gleichgültig eingestuft. Und acht Prozent blickten düster in ihre Zukunft. Der geplante 3. Bericht knüpfe an diese Ergebnisse an und betrachte vor allem die jungen Menschen, denen es weniger gut gehe, erklärt das Ministerium. Geschaut werde auf prekäre Lebensverhältnisse, Erfahrungen von Zuwanderung und Flucht sowie Behinderung.

CDU-Fraktion kritisiert Studie

Der kinder- und jugendpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dirk Herber, warf dem Ministerium vor, mit einer nicht repräsentativen Online-Umfrage einen zweifelhaften Weg zu beschreiten. "Keiner kann nachprüfen, wer sich hieran beteiligt: Sind es wirklich Jugendliche und wie wird vermieden, dass sich nur bestimmte Gruppen beteiligen?" Herber bemängelt, dass die landespolitischen Themen Bildung, Ausbildung und jugendgerechte Dörfer und Städte kaum oder gar nicht betrachtet würden.

Auch Landesjugendring startet Umfrage

Die Ergebnisse einer eigenen Online-Umfrage will der Landesjugendring Anfang April bekanntgeben. Etwa 2.200 junge Menschen haben sich an diesem "Dorf-Test" beteiligt und mit Blick auf die Kommunalwahlen im Mai auch ihre Meinung abgegeben, wie jugendfreundlich ihr Ort ist und wie sie das Miteinander von Jung und Alt empfinden.

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