Das Siegel eines Öko-Weihnachtsbaums (Foto: SWR)

Ökologisch und fair Das zeichnet den Öko-Weihnachtsbaum aus

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Die Nachfrage nach Öko-Weihnachtsbäumen in Rheinland-Pfalz nimmt laut Forstministerium zu. Zahlreiche Forstämter im Land bieten sie an. Doch was verbirgt sich hinter einem Öko-Weihnachtsbaum und was zeichnet ihn aus? Ein Besuch beim Forstamt Kaiserslautern.

Neben Kaiserslautern verkaufen die Forstämter Soonwald, Trier, Rheinhessen, Donnersberg, Johanniskreuz, Otterberg und Kusel Öko-Weihnachtsbäume. Das Prinzip ist ähnlich: Interessierte können ihren Baum auf den Waldflächen selbst aussuchen und schlagen. Die meisten Veranstaltungen finden am dritten und vierten Advent statt.

Öko und fair - Was bedeutet das?

Die Weihnachtsbäume, die von den Forstämtern stammen, sind zweifach zertifiziert. Das FSC-Siegel der Organisation Forest Stewardship Council garantiert ökologisches Forsten. Die Bäume wachsen ohne Chemikalien auf und werden nicht künstlich gedüngt. Das trifft auf die Weihnachtsbaumkulturen der Forstämter seit 2016 zu.

Dieses Jahr neu dazugekommen ist die zweite Zertifizierung nach Fair Trees. Sie stellt faire Arbeitsbedingungen für die sogenannten Zapfenpflücker in Georgien sicher. Dort hat die Nordmanntanne als beliebteste Weihnachtsbaumart ihre Ursprünge. Die Samen werden von den Zapfenpflückern geerntet, nach Deutschland importiert und anschließend verpflanzt. Nach Angaben des Forstministeriums Rheinland-Pfalz sei dies die einzige Möglichkeit, um den Bedarf an neuen Nordmanntannen zu decken. Ohne Import würde sie sich zudem hierzulande genetisch mischen und dem Ökosystem Wald schaden.

Die Siegel nach FSC und Fair Trees (Foto: SWR)
Die Siegel nach FSC und Fair Trees

Nachfrage nach Öko-Weihnachtsbäumen nimmt zu

In der Region Kaiserslautern habe die Nachfrage nach Öko-Weihnachtsbäumen in den letzten Jahren zugenommen, sagt Forstamtsleiterin Ute Fenkner-Gies. Sie und ihr Team betreiben im Raum Landstuhl, Trippstadt und im Stadtbereich von Kaiserslautern acht Weihnachtsbaum-Flächen. Seit dem Start des Verkaufs vor gut 20 Jahren sei mit der größer werdenden Nachfrage auch die Zahl der Flächen gestiegen. Die Menschen würden sich vermehrt für ökologische Bäume und deren Herkunft interessieren, sagt Fenkner-Gies.

"Noch sind FSC und Fair Trees Weihnachtsbäume ein Nischenprodukt“

Forstministerium Rheinland-Pfalz

Den Trend der steigenden Nachfrage beobachtet auch das Forstministerium Rheinland-Pfalz. Deswegen plant es nach eigener Aussage das Angebot an "öko-fairen" Weihnachtsbäumen Schritt für Schritt auszubauen. Noch seien diese ein Nischenprodukt. Aber Forstleute seien sicher, dass sich das in den nächsten Jahren massiv ändern wird. In diesem Jahr können die Forstämter etwa 1.800 Bäume verkaufen, die nach FSC und Fair Trees zertifiziert sind.

Wertevermittlung statt Konkurrenzgedanke

Das Forstministerium sieht sich mit seinen Forstämtern indes nicht als Konkurrent zu privaten Baumschulen in Rheinland-Pfalz. Vielmehr stünde die Vermittlung von ökologischen Werten und der Wald als solches im Vordergrund. Das sieht auch Fenkner-Gies ähnlich:

"Wir wollen keinen Handel betreiben. Das ist nicht unser Geschäft“

Ute Fenkner-Gies, Forstamtsleiterin Kaiserslautern

In den Gesprächen mit den Leuten, die ihren Öko-Weihnachtsbaum selbst schlagen, stünden andere Themen im Fokus - der Klimawandel oder die Nachhaltigkeit etwa. Die Leute seien dafür sensibler geworden, findet Fenkner-Gies. Neben Familien kämen auch immer mehr junge Menschen vorbei.

FSC und Fair Trees auch Thema im Landtag

Der rheinland-pfälzische Landtag hat sich in seiner Sitzung am Donnerstag mit Öko-Weihnachtsbäumen befasst. Der Staatssekretär im Forstministerium, Thomas Griese sagte, man wolle die Bäume künftig in allen 44 Forstämtern anbieten. Auch die Kommunen als Waldbesitzer seien aufgerufen, ihre Weihnachtsbäume zertifizieren zu lassen.

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